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Erzbischof Zollitsch sieht Grund zur Dankbarkeit

Freiburg Erzbischof Zollitsch sieht Grund zur Dankbarkeit

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sieht zum Jahreswechsel trotz der Krise in Europa keinen Anlass zum Jammern.„Wir dürfen dankbar sein, dass Europa trotz aller Kritik und Schwierigkeiten in der Finanzmarktkrise nicht auseinander gefallen ist“, sagte er am Montag in seiner Predigt zum Jahresschluss in Freiburg laut Redemanuskript.

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Der Vorsitzende des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider (r) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Foto: Oliver Berg/ Archiv

Freiburg. ipt. Dankbar dürfe man auch dafür sein, „dass die Solidarität, in der wir in der Europäischen Union einander helfen, nicht zerbrochen ist, sondern sich weiter als tragend erweist“.

Grund zur Dankbarkeit sieht Zollitsch auch dafür, „dass wir in Freiheit und Sicherheit leben dürfen und uns in einer freiheitlichen Gesellschaft einbringen und entfalten dürfen“.

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, warnte die Deutschen davor, sich angesichts der hierzulande guten Wirtschaftslage selbstzufrieden zurückzulehnen. Es gebe noch immer Menschen in Deutschland, die an äußerer und innerer Not litten, sagte der katholische Bischof zum Jahreswechsel am Montag in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis). Deshalb müssten Christen ein feines Gespür für notleidende Menschen haben.

„Wir tun als Christen gut daran, unsere Fähigkeit zu Solidarität und Mitmenschlichkeit zu schulen“, mahnte Fürst. Um die Not anderer Menschen mitzubekommen, brauche man bisweilen „ein drittes Auge und ein drittes Ohr“. Kirchen und Gemeinden sollten wie „Häfen im Meer sein, zu denen sich Menschen aus dem Wirbel irdischer Sorgen retten können, um dort Ruhe und Stille zu finden“.

Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml warnte vor Einsparungen bei sozialen Leistungen. „Wer in diesem Bereich Leistungen kürzt, macht die Schwächsten der Gesellschaft noch schwächer.“ Besonders bei der Unterstützung von Familien sieht Schraml den Staat in der Pflicht. „Die Familie ist einer der unverzichtbaren Gesellschaftsträger in der Verwirklichung einer Kultur des Friedens“, betonte der Bischof. Damit die Familie ihre Rolle als „Grundzelle der Gesellschaft“ erfüllen könne, brauche sie die materiellen Voraussetzungen durch den Staat. „Fehlen sie, hat das sehr negative Auswirkungen, bis hin zum Ja der Eltern zum Kind“, sagte Schraml.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Nikolaus Schneider, rief die Menschen zu Veränderungsbereitschaft und Aufbruch auf. Christen gäben sich nicht zufrieden mit dem Hier und Heute ihres Lebens, hieß es in seiner Neujahrsbotschaft. „Sie brechen immer wieder neu auf und suchen nach dem Zukünftigen, das schon ihre Gegenwart verändert.“

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode rief die Christen dazu auf, ihren Glauben mit Entschiedenheit zu leben. Jeder Christ müsse sich gerade in Zeiten der Krise fragen, wem er folgen wolle und was er letztlich suche, sagte er nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle in seiner Silvesterpredigt im Osnabrücker Dom. Die heutige Glaubenskrise sei auch eine Zeit der Freiheit zu neuer Entscheidung. Viele Menschen suchten so sehr nach religiösen Sicherheiten und Halt, dass sie fundamentalistisch und unbarmherzig würden, sagte Bode. Christen sollten sich die Frage stellen, welche Dinge, Menschen und Angebote sich zwischen sie und Gott drängten und was ihnen der christliche Glaube letztlich bedeute.

dpa

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