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Brennpunkte Ex-Nationaltorwart Immel will nie Kokain gekauft haben
Nachrichten Brennpunkte Ex-Nationaltorwart Immel will nie Kokain gekauft haben
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06:56 24.10.2012
Der frühere Fußball-Nationaltorhüter Eike Immel im Amtsgericht in Dortmund. Quelle: Bernd Thissen
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Dortmund

Seit Jahren schweben die Vorwürfe wie ein Damoklesschwert über Eike Immel: Verletzung der Unterhaltspflicht und Kokainerwerb. Zwischen 2005 und 2007 soll der Ex-Nationalkeeper, Ex-Teenieschwarm und Ex-Dschungelcamp-Bewohner zum Straftäter geworden sein.

Am Dienstag bot sich dem inzwischen 51-Jährigen nun endlich die Chance, vor dem Amtsgericht Dortmund Stellung zu nehmen. Immel überließ das Wort seiner Verteidigerin Ina Klimpke und nickte nur, als diese ein Teilgeständnis formulierte: „Mein Mandant hat niemals Kokain gekauft. Doch den Vorwurf der Unterhaltspflichtverletzung muss er einräumen. Das trifft ihn sehr, und es tut ihm auch Leid.“

Damit war für den früheren Fußballprofi die Pflicht scheinbar erledigt. Mit sichtlichem Unbehagen lehnte er sich anschließend zurück und verfolgte die weitere Verhandlung angespannt und mit verkniffenem Gesicht. Zusammen mit Immel ist auch ein langjähriger Bekannter angeklagt. Der vorbestrafte 49-Jährige hat sich laut Anklageschrift nicht nur erneut wegen diverser Betrügereien strafbar gemacht. Darüber hinaus soll er auch der Dealer von Eike Immel gewesen sein.

Zwischen März und August 2007 soll er dem Ex-Keeper regelmäßig mehrmals pro Woche Kokain in ein Bordell in Schwerte bei Dortmund geliefert haben. Doch auch der Mitangeklagte hält die Anklage für „fehlerhaft“ und die Vorwürfe für „abstrus und unverschämt“. Zurück geht alles auf die damalige Betreiberin des Rotlicht-Clubs. Diese Frau habe ihn bei gemeinsamen Geschäften über den Tisch gezogen und ihm anschließend damit gedroht, ihn fertig zu machen, wenn er sie anzeige. Das habe die Frau schließlich wirklich getan, so der 49-Jährige. Er könne aber nur feststellen: „Ich habe noch nie Kokain verkauft, und schon gar nicht an Eike. Er war überhaupt nur ein einziges Mal mit mir in dem Club.“

Nicht einmal bei dieser Unterstützung kam Eike Immel ein Lächeln über die Lippen. Der Prozess setzte ihm sichtlich zu. Als Richter Constans Jersch zu Beginn der Verhandlung nach seinen Einkommensverhältnissen fragte, schüttelte er nur kurz den Kopf und murmelte: „Nichts.“ Und auf die Frage, wovon er denn dann jetzt lebe, sagte der Ex-Fußballer: „Meine Schwester hat zum Glück etwas Vernünftiges gelernt. Sie unterstützt mich, so gut sie kann.“

Eike Immel hatte im August 1978 als 17-Jähriger für Borussia Dortmund sein erstes Bundesligaspiel bestritten. Später wechselte er zum VfB Stuttgart. Insgesamt kam er auf 534 Bundesligaeinsätze als Torhüter. Mit 19 Jahren war er außerdem der bis dahin jüngste deutsche Nationaltorhüter.

Das Gericht hat noch einen zweiten Verhandlungstag am 30. Oktober angesetzt. Möglicherweise kann dann die frühere Bordellbetreiberin als Zeugin vernommen werden. Am Dienstag fehlte die Frau. Ein Attest bescheinigte ihr Verhandlungsunfähigkeit.

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