Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Experten zerlegen Pottwal-Kadaver
Nachrichten Brennpunkte Experten zerlegen Pottwal-Kadaver
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:43 19.01.2016
Am JadeWeserPort in Wilhelmshaven sollen die toten Wale zerlegt werden, die vor einer Woche am Ostzipfel der Insel Wangerooge angeschwemmt wurden. Quelle: Ingo Wagner
Anzeige
Nordstrand

Gut eine Woche nach Entdeckung der ersten toten Pottwale vor der deutschen Nordseeküste sind fast alle Kadaver zerlegt.

In Nordstrand in Schleswig-Holstein skelettierten Experten einen nahe Büsum entdeckten Jungbullen, zeitgleich gingen in Wilhelmshaven Tierpräparatoren bei zwei vor Wangerooge angespülten Tieren ans Werk.

In Nordstrand sahen 150 Menschen zu, wie Experten den zehn Meter großen Wal zerlegten. Zunächst wurde Gas, das bei der Verwesung entsteht, aus dem Kadaver abgelassen. Der Wal habe keine äußeren Auffälligkeiten gehabt, sagte ein Sprecher des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz. Aber: „Er hatte im Magen Reste eines mehrere Quadratmeter großen Fischernetzes, aber das war nicht die Todesursache.“ Diese müsse in den kommenden Wochen geklärt werden. Zwei vor Helgoland gefundene Walkadaver waren bereits am Freitag auf Nordstrand zerlegt und in Containern verstaut worden.

In Wilhelmshaven wurden die Kadaver der beiden Wangerooge-Wale zerlegt. Der niederländische Tierpräparator Aart Walen und sein Team schnitten zunächst „Stufen“ in die Fettschicht, um auf die toten Tiere klettern zu können. Die Überreste sollen in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht werden. Ein Skelett soll aber sorgsam aufbereitet werden.

Die Entsorgung eines in der Wesermündung bei Bremerhaven gefundenen Wals ist indes nicht geplant. Das tote Tier liege im Bereich des Nationalparks, der nicht betreten werden darf, hieß es.

Fünf an der niederländischen Küste verendete Pottwale wurden am Samstag zum Hafen der Wattenmeer-Insel Texel transportiert. Die Kadaver sollen von dort aus per Schiff zum Hafen von Harlingen und dann in Containern zu einem Entsorgungsbetrieb gebracht und verbrannt werden, teilten die Behörden mit. Ein sechster Meeressäuger hatte hingegen ans Festland transportiert werden können.

Insgesamt verendeten in der Nordsee in einer Woche mindestens zwölf Pottwale: sechs in Deutschland und sechs in den Niederlanden. Vermutlich hatten sie sich auf dem Weg von der Arktis zu den Azoren verschwommen und kamen nicht mehr aus der Nordsee heraus. Wenn die Tiere ins Flachwasser geraten und stranden, kann das Gewicht ihres Körpers ihre Blutgefäße und die Lunge abdrücken - daran sterben sie.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei einem islamistischen Terroranschlag in der Hauptstadt von Burkina Faso sind 26 Menschen getötet worden. Weitere 56 wurden teils schwer verletzt, sagte Premier Paul Kaba Thiéba.

18.01.2016

Die Kanzlerin und die Flüchtlinge: Ist Merkel Eisprinzessin oder Mutter Teresa? Und war etwa sonst niemand in Deutschland für Willkommenskultur? Der Chef des größten CDU-Landesverbands, Armin Laschet, gibt Merkel Rückendeckung aus NRW.

23.01.2016

Gibt es angesichts der Gefahren durch Kriminalität und Terrorismus zu wenige Polizisten in Deutschland? Die Gewerkschaften beklagen seit langem Personalkürzungen. Umgerechnet auf die Bevölkerung sieht die Situation im Osten anders aus als im Westen.

17.01.2016
Anzeige