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Fast eine Million Brasilianer demonstrieren gegen Rousseff

Rio de Janeiro Fast eine Million Brasilianer demonstrieren gegen Rousseff

Gespannte Lage in Brasilien: Für Präsidentin Dilma Rousseff wird es immer schwerer, sich im Amt zu halten. Die Bürger machen mobil.

Rio de Janeiro. Knapp eine Million Menschen haben wegen der tiefen Krise in Brasilien für eine Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff demonstriert.

Nach Angaben der Polizei demonstrierten bis Sonntagnachmittag in 160 Städten mindestens 960 000 Menschen, berichtete das Portal „O Globo“. Davon rund 100 000 in der Hauptstadt Brasília und laut Organisatoren bis zu 200 000 in Rio de Janeiro, in São Paulo fand am Nachmittag die größte Kundgebung statt, hier lagen zunächst keine Zahlen vor. Rousseff ist bis Ende 2018 gewählt.

Verschärfend hinzu kommt, dass ihr wichtigster Koalitionspartner, die Partei PMDB, mit einem Ausscheiden aus der Regierung droht; damit könnte die Politikerin der linken Arbeiterpartei im Kongress kaum noch etwas durchsetzen. „Fora Dilma“ - „Dilma raus“, skandierten die Demonstranten. Das Land ist in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise, hinzu kommt ein großer Korruptionsskandal.

Den für die Ermittlungen zuständigen Richter Sérgio Moro feierten viele Demonstranten. Allein gegen 57 Politiker wird mittlerweile ermittelt. Dabei geht es um Schmiergeldzahlungen an Politiker bei Auftragsvergaben des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras. Rousseffs Amtsvorgänger und Förderer Luiz Inácio Lula da Silva droht auch eine Anklage - gegen in laufen mehrere Verfahren, er bestreitet bisher alle Vorwürfe. Der Skandal hat das Vertrauen in die seit 2003 regierende linke Arbeiterpartei schwer erschüttert. Die Opposition wirft Rousseff (68) vor, von dem Korruptionsnetz gewusst zu haben.

Die Zustimmung zu ihr liegt nur noch bei rund zehn Prozent. Bei einem Parteitag der Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB) votierten die Delegierten dafür, dass die Führung um Vizepräsident und Parteichef Michel Temer innerhalb von 30 Tagen eine endgültige Entscheidung über einen Koalitionsbruch treffen soll. Das Land ist durch die politische Krise gelähnt. Zudem ist die Wirtschaftsleistung eingebrochen, die Arbeitslosenzahl liegt bei über 9 Millionen.

dpa

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