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Freihandelsabkommen Nafta: Wirtschaftsmotor oder Jobkiller?

Fragen und Antworten Freihandelsabkommen Nafta: Wirtschaftsmotor oder Jobkiller?

US-Präsident Trump macht den Freihandel in Nordamerika für Branchensterben und Jobverluste verantwortlich. Mexiko hingegen hält Nafta-Vertrag für eine Erfolgsgeschichte. Jetzt wird über die Zukunft des Abkommens verhandelt.

Mexiko-Stadt. US-Präsident hält das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) für den „schlechtesten Deal aller Zeiten“. Der Vertrag habe Mexiko und Kanada vor allem Vorteile und den Vereinigten Staaten vor allem Nachteile gebracht, glaubt er.

Jetzt will er das Abkommen neu verhandeln und bessere Konditionen für die USA herausschlagen. Sollte das nicht gelingen, droht er mit dem Ausstieg.

Was ist Nafta?

Seit 1994 sind die USA, Kanada und Mexiko über das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) verbunden. Bis 2008 sind schrittweise fast alle Zölle gefallen. Der Binnenmarkt umfasst 444 Millionen Menschen und verfügt über eine gemeinsame Wirtschaftsleistung von rund 17 Billionen US-Dollar. Der trilaterale Handel beträgt fast eine Billion US-Dollar.

Was bedeutet Nafta für den Handel zwischen USA und Mexiko?

Zwischen 1994 und 2016 haben sich die US-Exporte nach Mexiko versechsfacht, die mexikanischen Importe in die USA mehr als versiebenfacht. Für die Vereinigten Staaten ist Mexiko der drittgrößte Handelspartner. Das Handelsvolumen beträgt über 500 Milliarden US-Dollar. Insgesamt hat also der Handel kräftig zugelegt, wovon auch die USA profitieren.

Kann Trump einfach aus Nafta aussteigen?

Ja. Allerdings gilt eine sechsmonatige Kündigungsfrist. Für eine Kündigung des Freihandelsabkommens braucht der US-Präsident noch nicht einmal die Zustimmung des Kongresses. Ein halbes Jahr nach der Kündigung wären die USA raus.

Was würde ein Ausstieg für den Handel mit Mexiko und Kanada bedeuten?

Für die Zölle würden dann die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gelten. Nach dem so genannten Meistbegünstigtengrundsatz liegen sie für die meisten Produkte bei 3,5 Prozent. Allerdings könnte Trump nach einem Gesetz von 1974 auch höhere Zölle festlegen, um sich gegen „unfaire“ Geschäftsgebaren der Handelspartner zu wehren. US-Firmen, die ihre Produktion nach Mexiko verlagern, drohte Trump bereits mit Strafzöllen in Höhe von 35 Prozent.

Welche Folgen hätte das für Unternehmen?

Hohe Zölle würden die Zuliefererketten unterbrechen. Fast 60 Prozent der aus Kanada und Mexiko in die USA importierten Waren sind Zuliefererteile für die US-Industrie. Unternehmen in den Vereinigten Staaten müssten deutlich höhere Preise für die Vorprodukte bezahlen. Die stark exportorientierten Firmen in Mexiko könnten wichtige Kunden verlieren.

Was würde ein Ende von Nafta für Mexikos Autobranche bedeuten?

Mexiko ist als Standort für Automobilkonzerne auch wegen der Nähe zum US-Markt und des Freihandelsabkommens attraktiv. In den rund 20 Werken liefen im vergangenen Jahr 3,46 Millionen Fahrzeuge vom Band. Fast 80 Prozent der Autoexporte gehen in die Vereinigten Staaten. Zudem fertigt Mexiko viele Teile für Autofabriken in den USA und umgekehrt.

Wären auch deutsche Autokonzerne von einem Ende von Nafta betroffen?

Ja. Volkswagen betreibt in Puebla sein zweitgrößtes Werk weltweit, Audi eröffnete ganz in der Nähe vor kurzem seine modernste Fabrik. Mercedes baut gemeinsam mit Nissan in Aguascalientes eine Firma. Auch BMW zieht derzeit ein Werk in Mexiko hoch. Zudem sind zahlreiche Zuliefererunternehmen in Mexiko ansässig.

Würde Mexiko ohne Nafta als Produktionsstandort uninteressant?

Nicht komplett. Mexiko hat insgesamt über 40 Freihandelsabkommen mit Staaten und Regionen auf der ganzen Welt geschlossen. Zudem verfügt das Land über eine gute Infrastruktur, ein solides Zulieferernetz und relativ gut ausgebildete Arbeiter. Auch die niedrigen Lohnkosten machen Mexiko als Standort attraktiv.

Würde Trump mit einem Ausstieg aus Nafta der US-Wirtschaft helfen?

Ökonomen bezweifeln das. Nach Einschätzung des Wilson Center hängen in den USA sechs Millionen Arbeitsplätze vom Handel mit Mexiko ab. Fachleute sagen zudem, dass die Auslagerung von Teilen der Produktion nach Mexiko beispielsweise der US-Autoindustrie sogar geholfen hat, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ist Nafta wirklich der „schlechteste Deal aller Zeiten“?

Das Freihandelsabkommen hat in den USA und in Mexiko einigen Branchen genutzt, anderen geschadet. Eine Studie des wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses kommt zu dem Schluss: „Nafta hat nicht zu den massiven Arbeitsplatzverlusten geführt wie von den Kritikern gefürchtet und nicht zu dem großen Wirtschaftswachstum wie von den Unterstützern vorhergesagt. Der Netto-Effekt von Nafta für die US-Wirtschaft scheint relativ moderat zu sein.“

dpa

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