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Frühere Bürgerrechtler wollen Lammert als Bundespräsidenten

«Absage überdenken» Frühere Bürgerrechtler wollen Lammert als Bundespräsidenten

Um das Amt des Bundespräsidenten dürfe es kein Geschacher geben, finden einstige DDR-Oppositionelle. Sie setzen sich für einen Politiker ein, der aber gar nicht Staatsoberhaupt werden will.

Berlin. Rund 70 frühere DDR-Bürgerrechtler und Künstler haben sich für Norbert Lammert als künftigen Bundespräsidenten ausgesprochen. Der 67-Jährige möge seine Absage einer möglichen Kandidatur für das höchste Staatsamt überdenken, heißt es in einem Aufruf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

„Gebraucht wird ein politischer Brückenbauer in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft“, appellierten die Unterzeichner. Zu ihnen gehören die Schriftstellerin Freya Klier und der Liedermacher Wolf Biermann.

Lammert müsse nicht erst zeigen, dass er das Amt überparteilich und verantwortungsvoll führen könnte - das habe er bislang auch eindrucksvoll als Präsident des Bundestages bewiesen, schrieben die früheren Oppositionellen. Der CDU-Politiker setze sich „für unsere Demokratie und Grundwerte“ ein. „Er ist einer, der reden kann und etwas zu sagen hat.“

Mit seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden habe Lammert zudem belegt, was von ihm als Bundespräsident zu erwarten wäre. Der Bundestagspräsident hatte die Deutschen zu mehr Selbstbewusstsein und Optimismus aufgerufen. Das heutige Deutschland sei nicht perfekt, aber in besserer Verfassung als je zuvor, hatte er betont.

Die Bundesversammlung wählt am 12. Februar ein neues Staatsoberhaupt. Joachim Gauck will das Amt aus Altersgründen abgeben. Lammert war wiederholt als möglicher Nachfolger genannt worden. Kürzlich kündigte er an, sich aus der „aktiven Politik“ zu verabschieden und nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren. Zudem machte er kurz darauf deutlich, dass er auch nicht Bundespräsident werden will.

Ausdrücklich lobten die Unterzeichner Gauck, der als integere Persönlichkeit dem Bundespräsidentenamt zu neuem Ansehen verholfen habe. Das nächste Staatsoberhaupt sollte nicht durch parteiinterne Absprachen gewählt oder als Vorbote künftiger Koalitionen betrachtet werden, heißt es in dem Aufruf.

dpa

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