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Brennpunkte Für die meisten Palästinenser ist Obama das kleinere Übel
Nachrichten Brennpunkte Für die meisten Palästinenser ist Obama das kleinere Übel
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06:55 24.10.2012
Junge Palästinenser schauen durch ein Fenster in ein Krankenhaus, nachdem bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen mehrere Menschen getötet wurden. Quelle: Ali Ali
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Ramallah

Die Erwartungen der Palästinenser vor der Präsidentenwahl in den USA könnten geringer kaum sein. Im Westjordanland wächst die Verzweiflung über fehlende Fortschritte auf dem Weg zu Frieden und einem eigenen Staat.

Im Gazastreifen ist der US-Wahlkampf weit weg vom täglichen Überlebenskampf - die israelisch-ägyptische Blockade hat viele Menschen in Armut gestürzt. US-Präsident Barack Obama trägt daran aus palästinensischer Sicht in nicht geringem Maße Mitschuld.

Dennoch würden die meisten der 4,2 Millionen Palästinenser im Westjordanland, im palästinensischen Ost-Jerusalem und im Gazastreifen Obama wohl seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney vorziehen, meint der Kommentator Hani Masri in Ramallah.

„Obama wird nach einer Wiederwahl sicher keine Kehrtwende um 180 Grad in seiner pro-israelischen Politik vornehmen“, dämpft Masri zwar die Erwartungen. „Wenn wir ihn aber mit Romney vergleichen, der 100 Prozent pro-israelisch und 100 Prozent anti-palästinensisch ist, dann erscheint Obama immer noch als das kleinere Übel“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Die in Obama gesetzten Hoffnungen seien bitter enttäuscht worden. „Wir verstehen, dass er unter großem Druck regiert, vor allem seitens des pro-israelischen US-Parlaments und der starken pro-israelischen Lobby. Aber er ist seinen Prinzipien untreu geworden“, kritisiert Masri. So scheiterte der Antrag von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf UN-Vollmitgliedschaft 2011 am Widerstand der USA.

Romney aber hat es sich vor allem durch Äußerungen über eine angebliche Höherwertigkeit der jüdischen Kultur mit den Palästinensern verdorben. Zu allem Überfluss bezeichnete er Jerusalem als Hauptstadt Israels. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat schimpfte ihn deshalb einen Rassisten.

Ein Funken Hoffnung aber bleibt. In einer zweiten Amtszeit werde Obama weniger leicht unter Druck zu setzen sein, weil er sich um eine Wiederwahl keine Gedanken machen muss, gibt der politische Analytiker Masri zu bedenken: „Auf jeden Fall ist er nicht so ein rechtsgerichteter Kriegstreiber wie die Republikaner.“

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