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Großbrände in Israel: Polizei nimmt zwölf Menschen fest

Brandstiftung Großbrände in Israel: Polizei nimmt zwölf Menschen fest

Große Feuer wüten seit Tagen in Israel. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Ministerpräsident Netanjahu spricht sogar von Terror. Doch viele Fragen sind offen.

Feuerwehrleute kämpfen in Beit Meir vor den Toren Jerusalems gegen die Flammen an.

Quelle: Abir Sultan

Tel Aviv. Eine landesweite Brandserie führt zu politischem Streit zwischen Israel und den Palästinensern. Israelische Medien sprechen bereits von einer „Feuer-Intifada“ von Palästinensern. Deren Vertreter weisen solche Anschuldigungen zurück. Ein israelischer Oppositionspolitiker nannte sie „wilde Hetze“.

Die Polizei habe zwölf Männer als Verdächtige festgenommen, teilte ein Sprecher mit. Er äußerte sich zunächst nicht zu möglichen Motiven.

Hingegen hatte Polizeichef Roni Alscheich am Donnerstag gesagt: „Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren.“ Auch der Inlandsgeheimdienst Schin Bet ermittelt.

Seit mehreren Tagen wüten in Israel Brände, auch in der Nähe von Jerusalem. Zehntausende Israelis flohen allein in der Hafenstadt Haifa. Rund 75 000 Menschen waren nach Medienberichten in Haifa betroffen, gut ein Viertel der Bewohner der Küstenstadt. 60 Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte verletzt.

Wasel Abu Jussef, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees, bezeichnete die Anschuldigungen als „grundlos und unzutreffend“. „Israelische Offizielle versuchen damit, die israelische Öffentlichkeit gegen die Palästinenser aufzuhetzen und nicht mehr.“ Sie würden alles Schlechte den Palästinensern zuschreiben. „Das ist ein einfacher Weg, um jegliche persönliche Verantwortung für die Geschehnisse zu vermeiden.“

Die Feuerwehr sprach am Freitag vorsichtig von einer Entspannung der Lage. „Es ist viel besser als gestern“, sagte der Sprecher der Feuer- und Rettungsdienste, Joram Levi, der Deutschen Presse-Agentur. „Gestern war es am schlimmsten.“ Die Feuerwehr bleibe dennoch alarmiert. Aktuell würden vier größere Feuer in zwei Orten im Norden, in der Nähe von Jerusalem und in Haifa bekämpft.

Die Einsatzkräfte warnten am Freitag auch vor einer Überlastung. „Die Feuerwehrkräfte kämpfen schon fünf Tage mit den Flammen, sie sind am Rande des Zusammenbruchs“, sagte Avi Ankori, der Leiter des Verbandes der Feuerwehrleute, der Nachrichtenseite „Ynet“.

Der palästinensische Zivilschutz hat nach eigenen Angaben zur Unterstützung vier Feuerwehrwagen nach Jerusalem und Haifa geschickt. Zahlreiche Länder, darunter auch die USA und Russland, wollen Israel im Kampf gegen die Flammen unterstützen. Spanien will laut der Brüsseler EU-Kommission vier Löschflugzeuge schicken, Frankreich weitere zwei Maschinen sowie einen Aufklärungsflieger. Auch Zypern wolle helfen.

Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, Brandstiftung sei Terror. „Jeder, der versucht, Teile des Staates Israel zu verbrennen, wird hart bestraft werden“, sagte er nach Angaben seines Büros.

Der Oppositionspolitiker Jussef Dschabarin warnte dagegen laut der „Haaretz“: „Diese Anschuldigungen sind arrogant und unverantwortlich und stellen eine gefährliche und wilde Hetze gegen die arabische Bevölkerung dar.“ Es seien auch arabische Gebiete betroffen gewesen. „Und das Feuer in Haifa unterscheidet auch nicht zwischen Juden und Arabern.“

Auch im Westjordanland gibt es seit Mittwoch Brände, unter anderem in der Nähe von Ramallah. Dort gab es allerdings nach Behördenangaben zunächst keine Menschen mit Rauchvergiftungen und keine Beschädigungen von Häusern. In Israel und den Palästinensergebieten herrscht eine lange Trockenheit. Starke Winde fachen die Feuer an.

Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, Volker Beck, äußerte sich entsetzt über die Reaktionen im Internet: „Die Meldungen über angebliche Brandstiftungen bereiten uns große Sorge“, sagte der Grünen-Politiker. „Auch wenn man sich hier bei der Ursache nicht vorschnell auf eine Vermutung festlegen kann, schockieren im Netz von einigen verbreitete Häme und Genugtuung über die Katastrophe.“ Die Feuer würden zum Teil mit „Applaus und (...) Freude“ quittiert.

dpa

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