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Guardiola teilt Titelserie mit Heynckes

Ingolstadt Guardiola teilt Titelserie mit Heynckes

Die großen Bayern machten vier Tage nach dem deprimierenden Champions-League-K.o. ihren 26. nationalen Titelgewinn im kleinsten Erstligastadion mit einem hart erarbeiteten 2:1 (2:1) beim frechen Aufsteiger FC Ingolstadt perfekt.

Ingolstadt. Am Ende stülpte sich auch Pep Guardiola das rote Meister-T-Shirt mit dem Aufdruck „4EVER“ über den feinen Anzug. Auf den Gang in die Kurve zu den mitgereisten Fans hatte der Startrainer nach seinem dritten und letzten Meistertitel mit dem FC Bayern München in Ingolstadt verzichtet.

Er ließ die Spieler nach vielen Umarmungen allein feiern, den Einpeitscher mit Megafon auf dem Stadionzaun gab Thomas Müller. „Was wir dieses Jahr wieder geleistet haben, ist überragend“, sagte der Fußball-Weltmeister nach dem hart erarbeiten 2:1 (2:1)-Meisterstück beim Aufsteiger FC Ingolstadt.

Erst in der Kabine flossen Bier und Champagner. Und Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge kündigte noch vor der kurzen Busfahrt zurück nach München eine intensive Feier an. „Wir werden auch noch heute Abend eine schöne Party feiern.“ Guardiola gab seinen Spielern drei Tage frei. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gratulierte dem alten und neuen deutschen Meister in der Kabine.

Der 45 Jahre alte Guardiola verlässt die Bundesliga als deutscher Meister. Für den zu Manchester City wechselnden Katalanen war es die dritte Meisterschaft im dritten Jahr, für die Münchner Startruppe sogar der vierte Titel nacheinander - ein Novum in der Bundesliga.

„Ich möchte diesen vierten Titel mit Jupp Heynckes teilen“, sagte Guardiola bescheiden bei der Pressekonferenz. Sein Vorgänger war 2013 mit dem Rekordchampion Meister geworden, hatte zudem das historische Triple gewonnen, was Guardiola in drei Jahren nicht gelingen wollte. „Jupp, das ist für Dich!“, sagte Guardiola, der von der schwierigsten Meisterschaft seiner Amtszeit sprach: „Großes Kompliment an Borussia Dortmund, der BVB war ein richtiger Konkurrent.“

Robert Lewandowski war vor 15 617 Zuschauern im Ingolstädter Sportpark Bayerns Meistermacher. Der Torjäger verwandelte in der 14. Minute einen Foulelfmeter und legte in einer intensiven Partie auch das 2:0 nach (32.). Es waren seine Saisontreffer 28 und 29. Damit steht Lewandowski dicht vor dem Gewinn der Torjägerkrone.

Für die über 90 Minuten mutig agierenden Gastgeber verwandelte Torjäger Moritz Hartmann einen Foulelfmeter (42.). FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl, der zum designierten Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig wechselt, verbeugte sich nach Spielende lange tief vor den Fans des Aufsteigers. „Wir hatten hier eine tolle Zeit. Das vergisst man nicht so schnell“, sagte der 48 Jahre alte Österreicher.

Rummenigge bezeichnete vier Meistertitel in Serie als „historische“ Leistung. „Ein Riesenkompliment an Trainer und Mannschaft“, sagte der 60-Jährige. Die deutsche Meisterschaft sei der „ehrlichste“ Titel.

Vier Tage nach dem unglücklich verpassten Einzug ins Finale der Champions League gegen Atlético Madrid tat der Erfolg allen Bayern gut. „Dieser Titel wird die Wunden etwas schließen. Es wäre eine perfekte Woche gewesen, wenn wir auch das Finale in der Champions League erreicht hätten“, sagte Rummenigge. Letztes Saisonziel sei nun noch der DFB-Pokalgewinn am 21. Mai im Endspiel gegen Borussia Dortmund. „Darauf kann sich Deutschland freuen“, verkündete Rummenigge. Die Bayern wollen nun unbedingt das Double feiern.

In zwei Wochen soll auch Routinier Xabi Alonso wieder fit sein, der sich in dem intensiven Spiel in Ingolstadt eine Rippenprellung zuzog und zur Pause ausgewechselt werden musste. Mit Tempo und Steilpässen aus dem Mittelfeld hatten die Münchner die Ingolstädter Defensive auch bei den Tore ausgehebelt. Douglas Costa schickte vor dem 0:1 Franck Ribéry steil. Der Franzose umspielte Torwart Ramazan Özcan, wurde dann aber von FCI-Kapitän Marwin Matip gelegt.

Nach dem Fehlschuss von Thomas Müller in der Champions League gegen Atlético Madrid trat Lewandowski an. Er traf sicher flach ins rechte Eck. Den zweiten Treffer erzielte Lewandowski aus spitzem Winkel nach Zuspiel von Xabi Alonso. Die Ingolstädter konnten sich nur einmal für ihr mutiges Spiel belohnen. Der quirlige Dario Lezcano passte auf Hartmann, den Xabi Alonso zu Boden stieß. Der Gefoulte verwandelte sicher vom Punkt, es war Hartmanns 11. Saisontor.

dpa

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