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Haftstrafen im Dortmunder Prozess um Lidl-Erpressung

Vergiftete Ware Haftstrafen im Dortmunder Prozess um Lidl-Erpressung

Zwei Erpresser fordern von Lidl fünf Millionen Euro. Um den Druck zu erhöhen, deponieren sie vergiftete Waren in verschiedenen Filialen. Das Gericht hat nun das Urteil gesprochen.

Einkaufswagen vor einer Lidl-Filiale in Herten.

Quelle: Marcel Kusch/illustration

Dortmund. Wegen Erpressung des Handelsriesens Lidl mit vergifteten Lebensmitteln sind zwei Männer zu jeweils zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Dieses Urteil hat das Dortmunder Landgericht gefällt.

Die Angeklagten sollen Ende 2016 per E-Mail die Zahlung von fünf Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin gefordert haben. Um den Druck zu erhöhen, sollen sie in mehreren Filialen in Dortmund, Wuppertal und im Rheinland Lebensmittel deponiert haben, die mit dem Pflanzenschutzmittel Diuron versetzt waren. Zur Zahlung des Geldes kam es nicht.

Bei den vergifteten Waren handelte es sich um Nougatcreme, Zahnpasta und Dominosteine. Eine Gefahr für die Kunden bestand nach Ansicht der Richter aber zu keiner Zeit. Dafür sei die Dosierung des Diuron viel zu gering gewesen. Das hätten Laboruntersuchungen eindeutig bestätigt. „Man hätte schon eine Tonne Dominosteine essen müssen, um überhaupt etwas zu bemerken“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm in der Urteilsbegründung. Dieser Umstand habe sich bei der Strafhöhe positiv für die Angeklagten auswirken müssen.

Die Richter sind davon überzeugt, dass die 45 und 46 Jahre alten Angeklagten bei der Erpressung noch mindestens zwei Komplizen hatten. Einer dieser Männer ist nach Einschätzung der Richter schon seit längerer Zeit als Vertrauensperson für die Polizei tätig. Der Zeuge verweigerte jedoch alle Angaben und sein Kontaktmann bei der Polizei erhielt für Fragen zu diesem Themenkomplex keine Aussagegenehmigung.

Beide Angeklagten hatten ihre Tatbeteiligung bis zuletzt bestritten und nur den jeweils anderen belastet. Die Verteidiger kündigten daher an, gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen. Die Männer sind bereits erheblich vorbestraft.

dpa

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