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Hintergrund: Wie Obama seine Mobil-Kommunikation schützt

Berlin/Washington Hintergrund: Wie Obama seine Mobil-Kommunikation schützt

Barack Obama ist der erste Smartphone-User, der ins Weiße Haus einzog. Im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Merkel kann es sich der US-Präsident nicht leisten, ungeschützt mobil zu kommunizieren.

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Barack Obama ist der erste Smartphone-User, der ins Weiße Haus einzog. Foto: Ron Sachs/Archiv

Berlin. Barack Obama ist der erste Smartphone-User, der ins Weiße Haus einzog. Im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Merkel kann es sich der US-Präsident nicht leisten, ungeschützt mobil zu kommunizieren. Der technische Aufwand dafür ist beträchtlich.

Beim ersten Wahlsieg von Obama wurde ein Smartphone vom Typ BlackBerry 8830 zum Symbol. Mit der mobilen E-Mail-Maschine steuerte der Spitzenkandidat der Demokratischen Partei seine Kampagne - und musste nach seinem Wahltriumph entgeistert feststellen, dass ihm die Sicherheitsexperten die Verwendung seines geliebten BlackBerrys als nicht hinnehmbares Sicherheitsrisiko untersagten.

Es dauerte nicht lange, bis Obama wieder mobil telefonieren und eine E-Mail nach der anderen verschicken konnte. Doch die Infrastruktur für die mobile Telekommunikation des US-Präsidenten unterscheidet sich enorm von der nur mäßig geschützten Technik, die Obama zuvor eingesetzt hatte.

Auf zahlreichen Fotos des offiziellen Fotografen des Weißen Hauses, Pete Souza, sieht man Obama seit geraumer Zeit mit einem BlackBerry 8900 oder einem anderen Modell des kanadischen Smartphone-Herstellers. BlackBerry setzte für Obama eine eigene geschlossene Netz-Infrastruktur auf - und Menschen, mit denen er häufig kommuniziert, bekamen laut US-Medien daran angeschlossene Geräte.

Ähnlich wie bei der aktuellen Generation der Sicherheitshandys im Bundeskanzleramt werden die BlackBerrys von Obama zusätzlich mit einer Verschlüsselungssoftware abgesichert. Dabei kommt vermutlich die Lösung SecurVoice des US-Unternehmens SecurDigital zum Einsatz. Die Gesprächspartner von Obama müssen ebenfalls über so ein Gerät verfügen - oder die Daten zwischendurch umverschlüsselt werden. Bei der Festnetz-Telefonie setzt Obama unter anderen speziell gesicherte Geräte von Telecore und Cisco ein.

Zum Schutz der mobilen Telefonate, SMS und E-Mails des Präsidenten verlassen sich die US-Sicherheitsdienste jedoch nicht allein auf die Verschlüsselung der Inhalte. Ohne weiteren Schutz könnte nämlich zumindest die Position des Handys ausspioniert werden, wenn es sich in die Funkzellen der Umgebung einbucht. Deshalb befindet sich dem Vernehmen nach in der Nähe des „POTUS“ (President of the United States of America) stets eine sichere Basisstation, in die das Smartphone sich exklusiv einbucht. Diese Basisstation dürfte dann über eine Satellitenverbindung mit der Außenwelt kommunizieren. Laut US-Medien sind zudem die GPS-Chips von Obamas BlackBerrys blockiert.

Um das Postfach des Präsidenten vor Schadsoftware zu schützen, werden keine Mail-Anhänge an ihn weitergeleitet. Ohnehin verfügt nur ein kleinster Kreis von Vertrauten über die E-Mail-Adresse von Obama. Im Sommer 2010 klagte der Präsident im Fernsehsender ABC über die eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten, weil zum damaligen Zeitpunkt nur zehn Personen in der Lage waren, ihm eine Mail zu schicken. „Ich muss zugeben, dass das keinen Spaß macht.“

Seine Kommunikationspartner gingen wohl davon aus, dass die Inhalte offiziell archiviert werden. „Deshalb schickt mir keiner das wirklich pikante Zeug.“ Die Mitteilungen seien alle sehr offiziell, sagte Obama und nannte ein Beispiel: „Mr. President. Sie haben gleich ein Meeting und wir würden Sie gerne darauf vorbereiten.“

White House Photos bei Flickr

Foto Obama telefoniert mit Blackberry

«Obama Phones» auf cryptome.org

Bericht «The Telegraph»: «No Fun»

Bericht «NYT»: «E-Mail to the Chief»

Homepage SecurVoice

dpa

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