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Hochhausbrand: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

London Hochhausbrand: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Beim Brand eines Hochhauses in London kamen im Juni dutzende Menschen ums Leben. Jetzt ermittelt Scotland Yard wegen fahrlässiger Tötung gegen Bezirksrat und Wohnungsgesellschaft. Tests zeigen: Die Sicherheitsmängel im Grenfell Tower sind bei weitem kein Einzelfall.

Bei dem Brand im Grenfell Tower am 14. Juni kamen mindestens 80 Menschen ums Leben.

Quelle: Isabel Infantes/london News Pictures Via Zuma

London. Mehr als sechs Wochen nach dem Brand des Londoner Hochhauses mit über 80 Toten ermittelt Scotland Yard wegen gemeinschaftlicher fahrlässiger Tötung.

Im Visier der Ermittler sind der örtliche Bezirksrat von Kensington und Chelsea sowie die Wohnungsgesellschaft, die das Hochhaus verwaltete. Die Polizei vermutet, dass sich beide Organisationen der gemeinschaftlichen fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hätten, wie aus einem Schreiben an die ehemaligen Bewohner des Sozialbaus hervorgeht. Unterdessen werden immer mehr gefährliche Mängel in anderen Hochhäusern bekannt.

Das Feuer am 14. Juni in dem 24-stöckigen Grenfell Tower war durch einen defekten Kühlschrank entstanden. Es konnte sich über die entflammbare Fassadenverkleidung rasend schnell ausbreiten. Zuletzt hatte Scotland Yard von 81 Toten gesprochen. Aufgrund der enormen Hitze bei dem Brand könnten möglicherweise aber nicht alle Opfer identifiziert werden. Bewohner hatten sich vor der Katastrophe immer wieder über Mängel beim Brandschutz in dem Gebäude beschwert.

Inzwischen sind bei Überprüfungen bereits 254 Hochhäuser mit ebenfalls gefährlichen Fassadenverkleidungen entdeckt worden, wie ein Regierungsmitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Insgesamt werden landesweit 600 Hochhäuser überprüft.

Davon unabhängige Tests der Fachzeitschrift „Inside Housing“ haben weitere Mängel in Sozialbauten in England festgestellt. Demnach hatten 268 von 436 untersuchten Hochhäusern defekte Feuerschutztüren. Etwa in jedem sechsten Gebäude fehlte eine Notfallbeleuchtung oder sie war nur unzureichend. In dutzenden Gebäuden hingen Kabel lose von den Wänden. In 73 Hochhäusern gab es laut „Inside Housing“ keine oder nur unzureichende Informationen für die Bewohner, was sie bei einem Feuer tun müssen. Das Magazin berichtet wöchentlich über den sozialen Wohnungsbau und hatte wiederholt vor Brandschutzmängeln gewarnt.

Im Fall des Grenfell Towers begrüßten Betroffenenvertreter die Ermittlungen gegen den örtlichen Bezirksrat und die Wohnungsgesellschaft. Sie sehen die Maßnahme aber nur als ersten Schritt. „Richtlinien werden nicht von Körperschaften gemacht und umgesetzt, sondern von Menschen“, erklärte die Gruppe „Justice 4 Grenfell“ („Gerechtigkeit für Grenfell“) in einer Stellungnahme. Die Betroffenen wollten daher auch einzelne Personen vor Gericht sehen. „Das ist keine Frage des Entweder-oder. ... Wir wollen beides.“

Die neue Bezirksratschefin Elizabeth Campbell sagte über das Schreiben an die ehemaligen Mieter: „Unsere Anwohner verdienen Antworten auf den Brand im Grenfell Tower, und die polizeiliche Untersuchung wird sie liefern.“ Der Rat unterstütze die Untersuchung und werde mit der Polizei kooperieren. Campbells Vorgänger sowie der Chef der Wohnungsgesellschaft waren nach dem Brand zurückgetreten.

Unterdessen musste sich ein Mann vor einem Londoner Gericht verantworten, der den Behörden vorgelogen haben soll, dass seine Frau und sein Sohn bei dem Feuer ums Leben gekommen seien. Auf diese Weise hat er sich laut Anklage Leistungen im Wert von fast 10 000 britischen Pfund (etwa 11 200 Euro) erschlichen: Hotelübernachtungen, Kleidung, Elektrogeräte und Bargeld.

dpa

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