Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Hofer sieht sich als „Mann des Volkes“
Nachrichten Brennpunkte Hofer sieht sich als „Mann des Volkes“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:46 30.05.2016
Anzeige
Wien

Sein Ton ist manchmal sanft und salbungsvoll. Er lächelt gern und war im Wahlkampf stets elegant mit Einstecktuch gekleidet. Norbert Hofer gilt als das „freundliche Gesicht“ der rechtspopulistischen FPÖ.

Laut polternd wie viele seiner Parteikollegen haben die Österreicher den 45-Jährigen nie erlebt.

In den vergangenen Wochen präsentierte sich der gelernte Flugzeugtechniker geschickt als „Mann des Volkes“, der die Nöte der einfachen Bürger versteht. Sollte er die Bundespräsidentenwahl gewinnen, wolle er nicht zu lange feiern, kündigte er vorher an. Wegen seiner jüngsten Tochter will der vierfache Vater spätestens um Mitternacht nach Hause.

Der passionierte Sportschütze und Burschenschafter ist maßgeblich an der Entstehung des freiheitlichen und zutiefst europakritischen Parteiprogramms beteiligt. Er selbst hat seine Haltung zu Europa zuletzt so skizziert: „Wer ein Freund Europas ist, muss sich für das subsidiäre Europa einsetzen.“ Soll heißen: Wieder mehr nationale Gestaltungsspielräume schaffen und die Macht der EU auf einzelne große Felder begrenzen. Aus heutiger Sicht würde er aber nicht für einen Austritt Österreichs aus der EU stimmen, sagte Hofer, der seit einem Paragleitunfall gehbehindert ist. Der internationalen Presse versicherte er noch am Wahltag, „keine gefährliche Person“ zu sein.

Kritiker sehen in ihm den „Wolf im Schafspelz“. Im Wahlkampf sprach Hofer gerne von seinem idyllischen Familienleben mit seiner zweiten Ehefrau. Doch andere Sätze geben Einblick in einen politischen Kosmos, der das Bild vom rüden, fremdenfeindlichen Rechtspopulisten bedient. Bei einer Rede vor Anhängern nennt Hofer die Migranten „Invasoren“ und wünscht sich „einen Zaun, wie es ihn in Ungarn gibt“.

Dabei war Hofer bis vor kurzem kaum bekannt. Er hat es in den vergangenen Jahren von der Regionalpolitik in seiner Heimat Burgenland bis an die Spitze des Nationalrats geschafft. Dort blieb er aber im Hintergrund. Zur Kandidatur für das höchste Amt im Land musste er erst überredet werden - er hielt sich noch für zu jung.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der erste Weltnothilfegipfel ist nach Ansicht des stellvertretenden UN-Generalsekretärs Jan Eiliasson ein „Weckruf“, um die Unterstützung für notleidende Menschen zu verbessern.

22.05.2016

Amoklauf in Österreich: Ein 27-Jähriger schießt bei einem Konzert um sich, tötet zwei Menschen und anschließend sich selbst. Zahlreiche Verletzte kommen ins Krankenhaus.

23.05.2016

Der afghanische Geheimdienst und die Regierung in Kabul melden den Tod von Talibanchef Mullah Achtar Mansur.

22.05.2016
Anzeige