Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Im Wald ausgesetzter Junge in Japan lebend gefunden
Nachrichten Brennpunkte Im Wald ausgesetzter Junge in Japan lebend gefunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:10 04.06.2016
Anzeige
Tokio

Zur Strafe ließen ihn seine Eltern allein in einem Wald zurück - jetzt ist der vermisste japanische Junge Yamato lebend gefunden worden. Soldaten entdeckten den Siebenjährigen in einem Bergwald rund fünf Kilometer von der Stelle entfernt, wo die Eltern ihn ausgesetzt hatten.

Der Junge habe den Soldaten seinen Namen genannt, hieß es. Seine Eltern hatten ihn am vergangenen Samstag in einem Waldstück auf der nördlichen Hauptinsel Hokkaido ausgesetzt.

Damit wollten sie ihn bestrafen, weil er fahrende Autos mit Steinen beworfen hatte. Sie ließen Yamato aus ihrem Auto aussteigen, kehrten aber fünf Minuten später an die Stelle zurück. Doch da war ihr Sohn nicht mehr da. 180 Polizisten, Freiwillige und Soldaten suchten seither nach dem Kind.

Der Grundschüler hatte seit der ersten Nacht nach seinem Verschwinden in einer Notbaracke für Soldaten auf dem Übungsgelände ausgeharrt. Er überlebte einzig mit etwas Wasser.

Das Schicksal des Kleinen hielt die ganze Nation in Atem. Zunächst hatte das Ehepaar den Behörden gesagt, dass der Junge beim Beerenpflücken verschwunden sei. Viele Japaner hatten in sozialen Medien das Verhalten der Eltern teils scharf verurteilt. Schließlich gebe es in den Wäldern Hokkaidos gefährliche Bären. Der 44 Jahre alte Vater des kleinen Jungen entschuldigte sich bei der Bevölkerung mit einer in Japan üblichen tiefen Verbeugung vor laufenden Kameras.

Der kleine Yamato wurde nach seinem Auffinden in ein Krankenhaus gebracht, wo er später wieder in die Arme seiner Eltern und seiner Schwester zurückkehrte. Sein Vater Takayuki Tanooka bedankte sich schluchzend vor laufenden Kameras bei den vielen Rettungskräften, die nach dem Auffinden des Jungen erleichtert applaudierten. Nach Angaben seines Arztes kam Yamato an einen Tropf. Er war unterkühlt und dehydriert, Hände und Füße wiesen Kratzer auf.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die CDU-Abgeordnete Bettina Kudla war die einsame Stimme gegen die Völkermordresolution zu den Massakern an den Armeniern im Bundestag - dafür wird sie vor allem ...

10.06.2016

Jetzt hat Verteidigungsministerin von der Leyen ein echtes Problem: Das Koblenzer Landgericht scheint das Gewehr G36 von Mängeln freisprechen zu wollen. Die Ministerin hat aber schon die Ausmusterung angeordnet. Und nun?

03.06.2016

Nach der Bundestagsresolution zum Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg haben sich Dutzende Menschen in der Südkaukasusrepublik bei Deutschland bedankt.

03.06.2016
Anzeige