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Islamisten bedrohen Christen in Syrien

Istanbul/Beirut Islamisten bedrohen Christen in Syrien

Radikale Islamisten wollen in Syrien nach einem Sturz von Präsident Baschar al-Assad einen Gottesstaat errichten. In einem Internetvideo verkündeten sie am Samstag die Bildung einer Islamistenfront, deren Ziel der Gottesstaat sei.

Istanbul. Die im November von zahlreichen Oppositionsgruppen gegründete „Nationale Koalition“ erkennen sie - anders als die internationale Staatengemeinschaft - nicht als legitime Vertreterin des syrischen Volkes an.

Eine weitere Rebellengruppe meldete sich im Internet zu Wort und drohte zwei christlichen Ortschaften in der Unruheprovinz Hama. In der Videobotschaft waren sieben bewaffnete Männer zu sehen, die schwarze Stirnbänder mit dem islamischen Glaubensbekenntnis trugen. Aus deren Mitte verlas ein bärtiger Mann eine Warnung an die Christen. Sollten sie Assad-Kämpfer nicht ausliefern, würden sie angegriffen, betonte er.

In Syrien setzten Regierungstruppen ihre Einsätze gegen die Rebellen fort. Regierungstruppen sicherten die Zufahrt zum Flughafen der Hauptstadt Damaskus ab, nachdem in dem Gebiet wochenlang gekämpft worden war. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurde einer ihrer Kameramänner von Bewaffneten vor seinem Haus erschossen. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Russland betonte derweil, dass die syrische Regierung die Kontrolle über die Chemiewaffen im Land habe. „Die syrischen Behörden haben diese Vorräte in ein oder zwei Zentren konzentriert. Vorher waren sie über das ganze Land verteilt“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Die Führung tue alles, um die Waffen zu sichern. Auch die USA hätten zugestanden, dass Chemiewaffen in Händen der Regierungsgegner die größte Gefahr in Syrien seien, sagte Lawrow. Russland ist ein Partner Assads.

Dem seit März 2011 andauernden Konflikt sind inzwischen mehr als 42 000 Menschen zum Opfer gefallen. Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

dpa

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