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Brennpunkte Katalonien-„Retterin“ Saénz de Santamaría
Nachrichten Brennpunkte Katalonien-„Retterin“ Saénz de Santamaría
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16:32 28.10.2017
Die stellvertretende Ministerpräsidentin Spaniens, Soraya Saenz de Santamaria. Quelle: Paul White
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Madrid

Sie ist zierlich und misst nur eineinhalb Meter. Aber Soraya Saénz de Santamaría (46) bestätigt, dass der Schein oft trügt.

Denn die stellvertretende Ministerpräsidentin Spaniens, die auf Anweisung ihres Chefs Mariano Rajoy ab Samstag die aufmüpfige Region Katalonien zur Normalität zurückzuführen versucht, ist eine sehr starke, sehr ehrgeizige Frau. „Die mächtigste Frau Spaniens“, schreibt nicht nur die Wirtschaftszeitung „El Economista“.

Die gelernte Juristin startete ihre politische Karriere mit 29. Im Bus fuhr die junge Landesanwältin von ihrer Geburtsstadt Valladolid in die Hauptstadt Madrid, um als Beraterin des damaligen Bildungsministers Rajoy anzuheuern. „Man hat mich genommen, weil ich dem Druck standhalte“, sagte sie einmal. Seit 2004 sitzt sie für die konservative Volkspartei (PP) im Madrider Parlament. Die „Nummer zwei“ im Palacio de la Moncloa ist sie seit 2011.

Bis heute bilden sie und Rajoy ein eingespieltes eisernes Duo, das sich stets sachlich-kühl und resolut präsentiert. Als es darum ging, die Separatisten in Katalonien zu warnen und zur Rückkehr zur Rechtmäßigkeit aufzurufen, trat oft Rajoys Vize im Namen Madrids vor die Mikrofone. „Die Demokratie wird in Katalonien mit Füßen getreten“, sagte sie zum Beispiel jüngst.

María Soraya Sáenz de Santamaría Antón heißt sie mit vollem Namen. In Spanien wird sie aber fast nur „Soraya“ genannt. Die Frau eines Anwalts und Mutter des sechsjährigen Iván war schon als Kind sehr ehrgeizig. In einer Biographie erzählen ehemalige Lehrer, die Tochter einer Friseurin und eines Mannes ohne gelernten Beruf sei in Tränen ausgebrochen, wenn sie keine glatte eins bekommen habe.

Die „kleine Ameise“ habe sich nun zur „Killerin“ entwickelt, heißt es im Buch „La Vicepresidenta“ von 2011. In der Tat holt sie für Rajoy oft die Kastanien aus dem Feuer. Nun eilt sie für ein Jahressalär von rund 74 000 Euro zur „Rettung“ nach Katalonien.Dort muss sie, wie die renommierte Zeitung „El País“ schrieb, „die größte Herausforderung der spanischen Demokratie“ bewältigen. Wenn sie das schafft, dann dürfte die Prognose ihres PP-Kollegen Alfonso Alonso Wirklichkeit werden: „Soraya wird einmal Regierungschefin sein.“

dpa

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