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Brennpunkte Kolumbianer entscheiden über Friedensvertrag mit der Farc
Nachrichten Brennpunkte Kolumbianer entscheiden über Friedensvertrag mit der Farc
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22:00 02.10.2016
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Bogotá

Knapp eine Woche nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens der Regierung mit der linken Guerillaorganisation Farc stimmen die Kolumbianer über den Vertrag ab. Präsident Juan Manuel Santos war unter den ersten Bürgern, die auf dem zentralen Bolívar-Platz in Bogotá ihre Stimme abgaben.

„Das ist eine historische Wahl, die unser Land verändern kann“, sagte der Staatschef. „Ich hoffe, dass alle Kolumbianer wählen gehen, trotz des Regens.“ Die Ausläufer des Hurrikans „Matthew“ in der Karibik sorgten in Kolumbien für heftige Niederschläge. Die Wahlbeteiligung in Kolumbien ist generell recht niedrig.

Die jüngsten Umfragen sehen die Befürworter des Vertrages vorn. Damit es gültig ist, müssen in dem Referendum mindestens 13 Prozent der Wahlberechtigten - rund 4,5 Millionen Menschen - für oder gegen das Abkommen stimmen. Die Volksabstimmung wird von 200 internationalen Wahlbeobachtern überwacht - darunter sind die Friedensnobelpreisträger Rigoberta Menchú und Adolfo Pérez Esquivel.

Der Vertrag sieht eine Landreform vor, dazu neue Ansätze zur Bekämpfung des Drogenhandels und eine Entschädigung der Opfer. Die Rebellen erhalten in den kommenden zwei Wahlperioden zehn Abgeordnetenmandate garantiert. Zudem werden selbst schwerste Verbrechen nur mit maximal acht Jahren Haft geahndet.

Die Kritiker bemängeln vor allem die relativ milden Strafen für die Guerilleros. Während die Regierung und die Farc für die Zustimmung zu dem Abkommen warben, riefen Ex-Präsident Álvaro Uribe und seine rechte Partei Centro Democrático dazu auf, dagegen zu votieren.

„Alle Kolumbianer haben die gleiche Macht wie der Präsident, Ja oder Nein zu dem Abkommen zu sagen“, erklärte Staatschef Santos. „Damit der Frieden stabil und dauerhaft ist, bedarf er der Bestätigung durch das kolumbianische Volk.“

Mit dem Abkommen soll der älteste bewaffnete Konflikt Lateinamerikas beigelegt werden. Bei den Kämpfen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen seit Mitte der 1960er Jahre mehr als 220 000 Menschen ums Leben, Millionen wurden vertrieben.

Am Samstagabend kündigten die Rebellen eine Entschädigung der Opfer des Konflikts an. Dazu wollten die Farc ihr Vermögen offenlegen. Über wie viel Geld und Besitztümer die Rebellen verfügen, ist unklar. Jedoch dürfte die Guerillaorganisation in den vergangenen Jahrzehnten beträchtliche Reichtümer angehäuft haben. Die Farc waren in Drogenhandel, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt.

dpa

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