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Kolumbien: Mehr als 3100 Zika-Fälle bei Schwangeren

Bogotá Kolumbien: Mehr als 3100 Zika-Fälle bei Schwangeren

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Betroffene Länder melden auch immer mehr infizierte Schwangere. Doch über das Risiko für eine Fehlbildung ihrer Babys rätselt die Wissenschaft noch.

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Im Kampf gegen das Zika-Virus wird in Mexiko ein Friedhof mit Insektengift eingesprüht. Stechmücken gelten als Übeträger der Virus.

Quelle: Mario Arturo Martinez

Bogotá. Das Zika-Virus verbreitet sich weiter rasch und versetzt vor allem Schwangere in Furcht und Ungewissheit. Kolumbien zähle 3177 infizierte Schwangere, gab Präsident Juan Manuel Santos in der Hauptstadt Bogotá bekannt.

Bislang seien jedoch keine Schädelfehlbildungen bei Babys in Verbindung mit einer Zika-Infektion festgestellt worden. In Brasilien hingegen riet ein Forscher Schwangeren vom Küssen ab, denn Speichel könne das Virus möglicherweise übertragen. Das ist jedoch keinesfalls erwiesen.

In Honduras bekämpften in einer großen Kampagne bis zu 30 000 Menschen die Zika-Mücken, wie die Zeitung „El Heraldo“ berichtete. Aber auch in Mexiko, Guatemala, Venezuela versprühten Menschen Chemikalien. Brasilien plant nach dem Karneval den Einsatz von 220 000 Soldaten. Inzwischen hat das Zika-Virus 33 Länder erreicht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht vor allem angesichts der Daten aus Brasilien ein starker Verdacht, dass die Zika-Infektion von Schwangeren zu einer Schädelfehlbildung ihres Babys führen könne. Bewiesen sei das aber noch nicht. Eine rückblickende Analyse deute auch beim Zika-Ausbruch in Französisch-Polynesien 2013/14 auf vermehrte Fälle von Mikrozephalie hin. Danach seien neun Kinder mit der Erkrankung geboren worden, normal seien null bis zwei pro Jahr.

Nach Meinung einiger brasilianischer Ärzte hat der Anstieg der registrierten Mikrozephalie-Fälle in Brasilien jedoch auch mit der Meldepflicht ab dem 22. Oktober 2015 zu tun - die kam, nachdem die Behörden einen möglichen Zusammenhang von Zika mit der Schädelfehlbildung konstatiert hatten. Mediziner im nordbrasilianischen Recife haben rückblickend Daten von 2012 ausgewertet: Lege man die derzeit üblichen Kriterien für Mikrozephalie an, dann habe es schon seit 2012 ungewöhnlich viele Fälle gegeben, schreiben sie.

Unterdessen rückt eine andere Krankheit immer mehr in den Vordergrund. Fünf der von Zika betroffenen Länder meldeten nach WHO-Angaben zugleich mehr Fälle der seltenen Lähmungskrankheit Guillain-Barré: Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Suriname und Venezuela. Die Regierung von Kolumbien hatte am Freitag sogar von drei Todesfällen durch die Krankheit berichtet. Alle drei Menschen waren mit Zika infiziert. Schon der Zika-Ausbruch 2013/14 in Französisch-Polynesien ging den Angaben zufolge einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms.

Nach WHO-Angaben verbreitet sich das Zika-Virus nicht nur in den lateinamerikanischen Ländern, sondern auch auf den Kapverden und einigen pazifischen Inseln. „Wir müssen uns zusammentun wie noch nie in unserer Geschichte, um gegen diese Mücken zu kämpfen“, sagte Präsident des südamerikanischen Landes Honduras, Juan Orlando Hernández. Dem Bericht der Zeitung „El Heraldo“ zufolge meldete das Land inzwischen 4473 Zika-Fälle. Darunter seien 15 schwangere Frauen. Kolumbien hat laut seinem Präsidenten Santos insgesamt 25 645 Zika-Fälle registriert. Unklar blieb zunächst, ob es sich um bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle handelte. Brasilien geht von 500 000 bis zu 1,5 Millionen Infizierten aus.

Dort führt die Zika-Epidemie laut einem Bericht des Nachrichtenportals „O Globo“ zu einem starken Anstieg beim Verkauf von Insektenschutzmitteln. Die großen Hersteller meldeten demnach bis zu 50 Prozent mehr Einnahmen für das Jahr 2015 im viertgrößten Markt der Welt. Der Boom hat auch mit den vielen Fällen von Dengue-Fieber im vergangenen Jahr zu tun.

Nach Besuchen in Regionen mit Zika-Viren dürfen Menschen in Frankreich vier Wochen lang kein Blut spenden. In Deutschland wird ohnehin jeder potenzielle Blutspender nach Reisen in den vergangenen sechs Monaten gefragt - insbesondere mit Blick auf tropische Länder.


Santos-Rede, Spanisch

dpa

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