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Brennpunkte Kurden-Präsident Barsani: Keine neue Amtszeit
Nachrichten Brennpunkte Kurden-Präsident Barsani: Keine neue Amtszeit
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19:02 29.10.2017
Der Präsident der kurdischen Minderheit im Irak, Massud Barsani, spricht bei Erbil (Irak) zu Journalisten. Quelle: Oliver Weiken
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Erbil

Der irakische Kurden-Präsident Massud Barsani wird sich nach dem Rückschlag im Kampf um einen unabhängigen Kurdenstaat nach eigenen Angaben von seinem Posten zurückziehen.

„Ich habe unter keinen Bedingungen akzeptiert, mein Mandat zu verlängern“, sagte er an diesem Sonntag in einer TV-Ansprache.

Der Familienname Barsani steht wie kaum ein anderer für den Unabhängigkeitskampf der irakischen Kurden. Mustafa Barsani wurde im Nordirak als langjähriger Krieger gegen diverse irakische Regierungen zur Legende - er gründete auch die heute regierende Kurden-Partei KDP.

Als KDP-Chef wurde sein Sohn Massud Barsani schließlich erster Präsident der kurdischen Autonomieregion in dem Land. Der 71-Jährige kündigte am Wochenende nach zwölf Jahren an, sich von dem höchsten Posten irakisch-Kurdistans zurückziehen zu wollen, nachdem er sich mit einem Unabhängigkeitsreferendum verkalkuliert hatte. Der Weg Barsanis zeichnete sich schon von Jugend an ab: Als Teenager wurde er Kämpfer der Peschmerga-Einheiten und Berater seines Vaters, mit 20 Jahren schließlich Chef des kurdischen Militärgeheimdienstes. In jahrelangen Auseinandersetzungen mit Bagdad war es unter anderem Barsani, der die Grundlage für die Einrichtung des Autonomiegebiets legte.

2005 wurde der Vater von acht Kindern schließlich zum ersten Präsidenten von irakisch-Kurdistan ernannt und wusste die Kurden hinter sich. Nach seiner Wiederwahl und einer zweijährigen Verlängerung durch das Parlament aber blieb er ab 2015 trotzdem im Amt - der Schritt wurde mit der benötigten Stabilität im Kampf gegen die Terrormiliz IS begründet. Seine lauter werdenden Gegner warfen ihm hingegen Eigensinnigkeit vor.

Fest steht: Mit dem Unabhängigkeitsreferendum, das Barsani Ende September abhalten ließ, verschätzte er sich. Sein Rückzug wurde in den Augen vieler unvermeidlich. Er selbst bezeichnete sich einst als flexibel und moderat, sei aber „bei ernsten Anlässen ein Mann mit Haltung.“ Nun schrieb er, er wolle zwar kein Präsident mehr sein, der „Nation“ aber als Peschmerga erhalten bleiben.

dpa

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