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Brennpunkte Medien: Schweizer Experten gehen von Vergiftung Arafats aus
Nachrichten Brennpunkte Medien: Schweizer Experten gehen von Vergiftung Arafats aus
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07:45 07.11.2013
Palästinenserführer Jassir Arafat im Sommer 2004. Foto: Atef Safadi
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Tel Aviv

Der frühere Palästinenserführer Jassir Arafat ist 2004 möglicherweise doch einem Giftmord zum Opfer gefallen. Darauf zumindest deuten Untersuchungsergebnisse Schweizer Experten hin, über die der TV-Sender Al-Dschasira und die britische Zeitung „Guardian“ berichteten.

Gewebeproben Arafats hätten 18-mal mehr Polonium 210 enthalten als normal. Schon ein Millionstel Gramm des radioaktiven Schwermetalls kann einen Menschen töten.

Arafats Witwe Suha sprach laut Al-Dschasira von einem „Verbrechen des Jahrhunderts“. Die Palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah wollte zu den Berichten zunächst keine Stellung nehmen. Sie hatte am Vortag bekräftigt, dass sie die Ergebnisse der Untersuchungen erst öffentlich machen werde, wenn alle drei Gutachten vorlägen.

Russische Experten hatten bereits erklärt, sie hätten keine Hinweise auf eine Polonium-Vergiftung finden können. Ein französisches Gutachten steht noch aus. Alle drei Expertenteams hatten die Gewebeproben - unter anderem aus einer Rippe und dem Beckenbereich Arafats - bei der Exhumierung der Leiche vor knapp einem Jahr entnommen.

Die Schweizer Experten vom Institut de radiophysique in Lausanne hatten ihr Ergebnis der Untersuchung am Dienstag der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah zugeleitet.

Die Frage, wer den im Alter von 75 Jahren in einem französischen Militärhospital gestorbenen Arafat vergiftet haben könnte, ist allerdings völlig unklar. Israel hat entsprechende Vorwürfe von palästinensischer Seite stets zurückgewiesen.

Für viele Palästinenser steht hingegen außer Zweifel, dass nur Israel hinter der plötzlichen Erkrankung und dem schnellen Tod ihres Idols stecken könne. Allerdings hatte Arafats wegen seines autoritären Führungsstils und wuchernder Korruption innerhalb der Palästinenserführung auch anderswo viele Feinde.

Al-Dschasira

Guardian

dpa

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