Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Mehrheitswahlrecht: Das „Winner-takes-all“-Prinzip
Nachrichten Brennpunkte Mehrheitswahlrecht: Das „Winner-takes-all“-Prinzip
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:50 16.11.2016
Anzeige
Washington

In den USA wählen bis auf zwei Ausnahmen alle Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht. In 48 Staaten gilt das „Winner-takes-all“-Prinzip - der Gewinner bekommt alles.

Das bedeutet, wer eine einfache Mehrheit in einem Staat gewinnt, vereint alle Wahlmänner des betreffenden Staates auf sich - egal, ob der Vorsprung nun riesig oder nur hauchdünn ist.

Es ist vergleichbar mit der Erststimme bei der Bundestagswahl, mit der die Wahlkreiskandidaten gewählt werden. Eine Zweitstimme wie in Deutschland gibt es in den USA nicht.

Insgesamt werden in allen 50 Staaten und der Hauptstadt Washington 538 Wahlmänner und -frauen bestimmt. Diese wählen dann offiziell den Präsidenten und seinen Vize. Wer ins Weiße Haus einziehen möchte, braucht die Unterstützung von mindestens 270 Wahlmännern.

Dabei kann eine Konstellation entstehen, bei der einer der Kandidaten die meisten Stimmen auf sich vereint, der andere aber mehr Wahlmänner - und somit zum Präsidenten gewählt wird. So geschehen im Jahr 2000, als sich George W. Bush gegen Al Gore knapp durchsetzte, obwohl Gore landesweit mehr Stimmen gesammelt hatte.

Das „Winner-takes-all“-Prinzip ist umstritten. Kritiker bemängeln, Stimmen gingen verloren, weil in jenen Staaten, die immer nur für Demokraten oder Republikaner stimmen, Wähler gar nicht erst zur Abstimmung gehen.

In Staaten wie Kalifornien oder New York, die traditionell mit großer Mehrheit demokratisch wählen, findet deshalb kaum Wahlkampf statt, genauso wenig wie in traditionell republikanischen Staaten wie Oklahoma oder Kansas.

In den Staaten Maine und Nebraska, die vier beziehungsweise fünf Wahlmänner stellen, gilt das „Winner-takes-all“-Prinzip in abgeänderter Form. Dort werden nur zwei Wahlmänner oder -frauen nach diesem Prinzip verteilt. Die anderen Stimmen werden proportional zum Wahlergebnis vergeben.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der neue Anlauf der Koalitionsspitzen, sich auf eine Rentenreform zu einigen, hat nicht ganz geklappt. Vorerst. Sozialministerin Nahles ist zuversichtlich.

09.11.2016

Bundessozialministerin Andrea Nahles ist zuversichtlich, dass sich die große Koalition bis Ende November auf ein Gesamtpakt zur Rente verständigen kann.

08.11.2016

Die große Koalition ist sich im Ringen um eine weitere Reform der Renten näher gekommen, hat aber in einem Spitzengespräch keinen Durchbruch für eine Einigung über ein Gesamtpaket erzielt.

08.11.2016
Anzeige