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Merkel, Brexit, Nato, Autos: Donald Trump im Wortlaut

Dokumentation Merkel, Brexit, Nato, Autos: Donald Trump im Wortlaut

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ zu einem Rundumschlag ausgeholt.

Washington. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ zu einem Rundumschlag ausgeholt.

Bei dem Gespräch in New York ging es unter anderem um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), den Brexit, die Rolle der Nato und Trumps Pläne für die US-Handelspolitik. Ausgewählte Passagen des Interviews im Überblick:

MERKEL: „Ich hatte das Gefühl, sie ist großartig, eine großartige Anführerin. Aber ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar, all diese Illegalen ins Land zu lassen. Wissen Sie, all diese Leute reinzulassen, wo auch immer sie herkommen. Und niemand weiß, wo sie überhaupt herkommen. Ihr werdet es herausfinden, davon habt ihr (bei dem Anschlag in Berlin, Anm. der „Bild“-Redaktion) einen deutlichen Eindruck bekommen. Ich bin also der Meinung, sie hat einen katastrophalen Fehler gemacht, einen sehr schlimmen Fehler. Aber davon abgesehen: Ich respektiere sie, ich mag sie, aber ich kenne sie eben nicht.“

SYRISCHE FLÜCHTLINGE: „Ich finde, wir hätten Sicherheitszonen in Syrien einrichten sollen, das wäre wesentlich billiger gewesen. Und die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, die haben doch schließlich Geld wie kaum ein anderer. Das Ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht. Ich hätte gesagt: Schafft Sicherheitszonen in Syrien.“

AFGHANISTAN: „Nichts läuft gut. Ich glaube, wir waren fast 17 Jahre in Afghanistan. Aber wenn man sich die ganzen Gegenden anschaut - in aller Fairness -, wir haben unsere Leute nicht tun lassen, was ihre Aufgabe ist. Wir haben ein großartiges Militär, und wir werden ein noch viel großartigeres Militär haben, auch wenn es im Moment sehr ausgedünnt ist.“

DIE ANGST DER OSTEUROPÄER VOR PUTIN UND DIE ROLLE DER NATO: „Ich meine, ich verstehe, was da vor sich geht, ich sage seit Langem: Die Nato hat Probleme. Sie ist obsolet, weil sie erstens, wie Sie wissen, vor vielen, vielen Jahren entworfen wurde. Zweitens zahlen die Länder nicht das, was sie zahlen müssten. Ich kam massiv unter Druck, als ich sagte, die Nato sei obsolet. Sie ist aber obsolet, weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat. Ich war also zwei Tage lang unter Druck, dann fingen sie an zu sagen, Trump hat recht.“

SANKTIONEN GEGEN RUSSLAND: „Sie haben Sanktionen gegen Russland - mal sehen, ob wir ein paar gute Deals mit Russland machen können. Zum einen finde ich, dass es deutlich weniger Nuklearwaffen geben sollte und sie erheblich reduziert werden müssten, das gehört dazu. Aber da sind diese Sanktionen, und Russland leidet im Moment schwer darunter. Aber ich glaube, da könnte manches gehen, von dem viele Leute profitieren würden.“ 

ATOMABKOMMEN MIT IRAN: „Ich werde nicht sagen, was ich mit dem Iran-Abkommen machen werde. Ich will mir nicht in die Karten gucken lassen. (...) Aber ich bin über das Iran-Abkommen nicht glücklich, ich finde, es ist eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind.“

DEUTSCHLANDS MACHTPOSITION IN DER EU: „Ich würde sagen, Merkel ist mit Abstand einer der wichtigsten Regierungschefs. Sehen Sie sich Großbritannien an, und sehen Sie sich die Europäische Union an, die ist Deutschland. Im Grunde genommen ist die Europäische Union ein Mittel zum Zweck für Deutschland. Deswegen fand ich, dass es so klug von Großbritannien war auszutreten.“

BREXIT: „Menschen, Länder wollen ihre eigene Identität, Großbritannien wollte seine eigene Identität. Aber, das glaube ich wirklich, wenn sie nicht gezwungen worden wären, all diese Flüchtlinge aufzunehmen - so viele, mit all den Problemen, die das mit sich bringt -, dann wäre es nicht zum Brexit gekommen. Es wäre gerade noch einmal gut gegangen, aber das war der Tropfen, der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Leute wollen ihre eigene Identität. Wenn Sie mich fragen: Es werden weitere Länder austreten.“

EURO: „Ich vertraue auf den Dollar. Ich werde dem Dollar in vier Jahren viel mehr vertrauen als heute, aber klar, der Dollar ist eine Währung und sehr in Ordnung. Aber ich glaube, (den Euro, Anm. der „Bild“-Redaktion) zusammenzuhalten wird nicht so leicht, wie viele Leute meinen. Und wenn weiterhin Flüchtlinge in verschiedene Teile Europas strömen, wird es sehr schwer, ihn zusammenzuhalten - denn das ärgert die Leute sehr.“ 

STRAFZÖLLE: „Man darf nicht zulassen, dass Unternehmen unser Land verlassen, alle ihre Mitarbeiter rauswerfen, nach Mexiko ziehen, ihre Produkte herstellen - was immer es ist - und es dann steuerfrei zurückverkaufen. Für Unternehmen, die das tun, wird es sehr hohe Grenzzölle geben. (...) Wenn sie aber weggehen und ihr Autowerk bauen oder ihre Fabrik für Klimaanlagen und sie dann ihre Klimaanlagen verkaufen wollen - dann werden sie 35 Prozent Steuern zahlen.“

HANDELSBILANZ: „Wenn man durch die 5th Avenue geht, hat jeder einen Mercedes-Benz vor seinem Haus stehen, stimmt’s? Tatsache ist, dass ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit. Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße. Es muss in beide Richtungen verlaufen.“

GEPLANTE BMW-FABRIK IN MEXIKO: „Ich liebe Mexiko, ich mag den Präsidenten, ich mag alle Leute - aber ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“

UMGANG MIT SOZIALEN MEDIEN ALS PRÄSIDENT: „Ich habe im Moment 46 Millionen Follower - das ist viel, das ist wirklich viel -, aber 46 Millionen, inklusive Facebook, Twitter und Instagram. Also wenn man sich überlegt, dass da deine 46 Millionen sind, lasse ich das lieber anwachsen und behalte @RealDonaldTrump bei, das funktioniert. Und das Twittern? Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich - so unehrlich -, dass ich mich über Twitter äußere. Und es sind nicht 140 Zeichen, es sind jetzt 140, 280 - ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter, und sie veröffentlichen es, sobald ich es twittere.“

dpa

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