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München: Polizei sucht weiter nach den Terroristen

München München: Polizei sucht weiter nach den Terroristen

Die Behörden suchen unter Hochdruck mutmaßliche Terroristen. Und der Innenminister setzt auf verstärkten Austausch mit befreundeten Staaten. Doch wie groß war die Terrorgefahr in München wirklich?

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Polizisten in München vor dem Hauptbahnhof.

Quelle: Sven Hoppe

München. Nach dem Terroralarm von München fahndet die Polizei weiter intensiv nach islamistischen Extremisten. Unklar blieb am Samstag, welchen realen Hintergrund die Warnungen vor Anschlägen hatten.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte: „Die Bedrohung war ernst zu nehmen, und die Behörden haben total richtig reagiert.“ 100 bis 200 Beamte waren erneut zusätzlich im Dienst. Die Lage in der bayerischen Landeshauptstadt blieb entspannt.

Die Behörden hatten am Silvesterabend den Münchner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof im Stadtteil Pasing evakuiert. Der Aktion waren Hinweise befreundeter Geheimdienste vorausgegangen. Ihnen zufolge bestand der konkrete Verdacht, dass fünf bis sieben Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gegen Mitternacht Anschläge wie in Paris verüben wollten.

Die Sicherheitskräfte waren am Samstag weiter verstärkt im Einsatz. „Wir haben mehr Polizei, die in der Stadt unterwegs ist“, sagte ein Polizeisprecher. Von einer konkreten Anschlaggefahr gingen die Behörden aber nicht mehr aus. Neue Erkenntnisse gebe es nicht. „Wir sind froh, dass es nichts Neues gibt.“ In der Stadt sei es sehr ruhig. Ob die Polizei auch am Sonntag ihre Kräfte verstärkt hält, war zunächst offen: „Das wird lageabhängig entschieden.“

Für die Ermittlungen zu den mutmaßlichen Terroristen wertete die Polizei auch Hinweise aus der Bevölkerung aus. Viele Münchner hatten sich am Silvesterabend und am Neujahrstag mit Fragen zur Sicherheit, aber auch Beobachtungen bei der Polizei gemeldet.

Unklar blieb, ob es die teils namentlich genannten Verdächtigten aus Syrien und dem Irak überhaupt gibt. Der erste Hinweis auf die beiden Bahnhöfe war laut „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR bereits spätestens am 23. Dezember gekommen. Er wurde zunächst für unwahrscheinlich gehalten, die Informationen verdichteten sich dann aber. Ein Hinweisgeber aus dem Irak wurde dort vom Bundesnachrichtendienst befragt. Entsprechende Berichte der drei Medien wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Nach dpa-Informationen kam ein Hinweis auch aus den USA. Den deutschen Sicherheitsbehörden lagen detaillierte Informationen zu Namen, Orten und einem möglichen Tatablauf vor. Die ganz konkrete Warnung für die Silvesternacht wurde nach Angaben der Münchner Polizei erst an Silvester vom französischen Geheimdienst übermittelt.

Seehofer sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Terrorgefahr ist sehr real auch für unser Land und wird uns noch lange begleiten.“ Höchste Wachsamkeit, energisches Handeln, beste Ausrüstung und personelle Ausstattung für die Sicherheitsbehörden sei das Gebot der Stunde.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Unionsfraktionschef Volker Kauder (beide CDU) sprachen sich für eine engere Kooperation mit ausländischen Sicherheitsbehörden aus. De Maizière sagte der „Bild“-Zeitung (Samstag): „In Zukunft wird es noch intensiver als bisher darauf ankommen, dass wir mit den Sicherheitsbehörden anderer Staaten eng zusammenarbeiten und Informationen austauschen.“ Auch im neuen Jahr bleibe die Lage sehr ernst. Kauder sagte dem Blatt, die Vorgänge zeigten, wie falsch viele in anderen Parteien lägen, die die Kooperation mit ausländischen Nachrichtendiensten infrage stellten.

dpa

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