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Brennpunkte Muslime wollen gegen islamistischen Terror demonstrieren
Nachrichten Brennpunkte Muslime wollen gegen islamistischen Terror demonstrieren
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18:32 09.06.2017
Lamya Kaddor, hier im Januar bei einer Konferenz in Hamburg, ist unter anderem Islamwissenschaftlerin und Buchautorin. Quelle: Bodo Marks
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Köln

Unter dem Motto „Nicht mit uns“ wollen Muslime in Köln gegen islamistischen Terror demonstrieren. Bis zu 10.000 Teilnehmer seien für die am 17. Juni geplante Demo angemeldet worden, teilten die Veranstalter mit.

„Die Anschläge von Menschen, die sich zur Rechtfertigung ungefragt auf den Islam berufen, häufen sich“, erläuterten sie.

Deswegen würden „Muslime in ganz Deutschland und ihre Freunde“ nun dazu aufrufen, „ein mächtiges Zeichen gegen Gewalt und Terror“ zu setzen. Der geplante Friedensmarsch im Zentrum von Köln und mitten im Ramadan wäre ein symbolträchtiges Signal. Hinter dem Aufruf steht unter anderem die Islamwissenschaftlerin und Buchautorin Lamya Kaddor, die auch Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes ist.

Am Pfingstwochenende hatte der Konzertveranstalter Marek Lieberberg nach einem Terroralarm beim Festival „Rock am Ring“ gesagt, er wolle „endlich mal Demos sehen, die sich gegen die Gewalttäter richten. Ich hab' bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?“ Die Äußerung hatte ihm von mehreren Seiten Kritik eingebracht. Lieberberg sei zu der Demo in Köln „herzlich eingeladen“, sagte Kaddor der „Rhein-Zeitung“.

Politiker hatten muslimische Geistliche und Verbände zuvor aufgerufen, entschlossen Position zu beziehen. „Ich würde mir wünschen, dass Imame Arm in Arm in Europa auf die Straße gehen und so deutlich machen, dass sie den Terroristen weder ihre Religion noch ihre Kinder überlassen“, sagte die Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Cemile Giousouf, der „Rhein-Zeitung“. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte der „Welt“: „Die Islamverbände müssen eine klare Haltung zeigen.“

dpa

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