Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Mutmaßlicher RAF-Terrorist trug bei Überfall keine Maske
Nachrichten Brennpunkte Mutmaßlicher RAF-Terrorist trug bei Überfall keine Maske
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:22 21.01.2016
Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach den mutmaßlichen RAF-Terroristen. Quelle: Polizei Wolfsburg
Anzeige
Mainz

Beim Überfall auf einen Geldtransporter in Wolfsburg, den drei mutmaßliche frühere RAF-Terroristen verübt haben sollen, hat einer der Täter keine Maske getragen.

Das sagte Polizeihauptkommissar Jürgen Hage von der Kripo Diepholz am Abend in ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. In der Live-Sendung wurde ein neues Phantombild gezeigt, das nach Zeugenangaben erstellt wurde.

An dem Überfall am 28. Dezember 2015 im Wolfsburger Ortsteil Nordsteimke waren nach Ergebnissen von DNA-Proben die mutmaßlichen Ex-RAF-Mitglieder Daniela Klette (57), Ernst-Volker Staub (61) und Burkhard Garweg (47) beteiligt. Auch die Polizei Wolfsburg bestätigte am Abend, dass einer der Täter keine Maske trug.

Das neue Phantombild zeigt einen etwa 50 Jahre alten Mann mit „fransigen schwarzgrauen“ Haaren und Schnauzbart. Er soll schlank und 1,80 bis 1,90 Meter groß sein. Ob es sich bei dem Phantombild um Garweg oder Staub handelt, ist unklar. „Es könnte jeder von den beiden gewesen sein“, sagte Polizeihauptkommissar Hage.

Das Trio wird auch für den Überfall auf einen Geldtransporter in der Nähe von Bremen im Juni 2015 verantwortlich gemacht. In beiden Fällen machten die Täter keine Beute. Die Ermittler sehen keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv.

„Ich gehe davon aus, dass Garweg, Staub und Klette irgendwo unauffällig leben, möglicherweise auch in Norddeutschland. Vielleicht leben sie auch zusammen, vielleicht auch mit Hund“, sagte Hage. In einem der Täterfahrzeuge seien Hundehaare gefunden worden.

Bei der Polizei in Diepholz liefen schon während der ZDF-Sendung die Telefone heiß, wie Hage berichtete. Insgesamt gingen rund 100 Hinweise in Diepholz und der Anrufzentrale der Sendung ein. Es gab auch konkrete Hinweise, bei denen Anrufer glaubten, die drei Gesuchten Personen erkannt zu haben.

Bei dem Überfall in Wolfsburg hatte einer der Täter den Beifahrer des Geldtransports mit einer Waffe bedroht, als dieser sich außerhalb des Fahrzeugs befand. Zwei weitere Täter, davon mutmaßlich eine Frau, hielten den Fahrer in seinem Fahrzeug in Schach. Dieser nutzte einen unbeobachteten Augenblick und flüchtete mit dem Geldtransporter, wie die Polizei Wolfsburg und die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwochabend mitteilten.

Die Täter mussten daraufhin von ihrem Vorhaben ablassen. Sie flüchteten mit einem dunkelblauen Ford Focus Kombi. Ein anderes Fahrzeug der Täter, ein grüner VW Golf Variant, konnte am Tatort sichergestellt werden. Der Ford Focus wurde am 29. Dezember in einem Waldgebiet gefunden.


ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst"
Pressemitteilung Polizei Wolfsburg und Staatsanwaltschaft Braunschweig

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nordiraks Kurden sind ein zentraler Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Deutschland liefert ihnen Waffen. Ein Amnesty-Bericht über kurdische Menschenrechtsverstöße ruft deshalb auch in Berlin Sorgen hervor.

21.01.2016

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen kommt Kanzlerin Merkel nach Kreuth, um ihre Flüchtlingspolitik zu erklären. Doch die Geduld der CSU schwindet. Parteichef Seehofer ergeht sich in dunklen, noch vagen Drohungen. Abgeordnete überschütten Merkel mit Vorwürfen und Kritik.

20.01.2016

Ein Bus mit Flüchtlingen an Bord ist auf der Autobahn 8 bei Irschenberg in Bayern in Brand geraten.

20.01.2016
Anzeige