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Nach 40 Stunden Totenstille plötzlich Leben in den Trümmern

Die Zeit rennt Nach 40 Stunden Totenstille plötzlich Leben in den Trümmern

So gut wie niemand hat mehr damit gerechnet, jetzt spielen sich herzzerreißende, dramatische Szenen am Fuße des Gran Sasso ab: Retter finden zwischen Schnee und Trümmern Überlebende im verschütteten Berghotel. Gibt es weitere? Die Zeit rennt.

Rom/Farindola. Von Schnee und Geröll durchbrochene Wände, Flure voller Trümmer, ausgestorbene Räume, in denen noch Weihnachtssterne hängen.

Den Rettern im Hotel Rigopiano bieten sich apokalyptische Szenen, nachdem eine gewaltige Lawine das Haus am Fuße des Gran Sasso im italienischen Erdbebengebiet einfach weggefegt hat. „Begraben vom Schnee“, „Stille im Hotel“, „Nicht mal die Hunde hören etwas“ - nicht nur die italienischen Medien haben am Freitag schon die Hoffnung aufgegeben, dass auch nur ein Mensch die Katastrophe in den Abruzzen überlebt hat. Dann machen die Einsatzkräfte Stimmen aus, es gibt Lebenszeichen - nach rund 40 Stunden Stille.

Eingeschlossen in den Trümmern haben mehrere Menschen das Unglück überlebt - darunter auch mindestens ein kleines Kind. Ein Video zeigt, wie die Einsatzkräfte den Jungen aus einem Loch im dicken Schnee ziehen, ein Feuerwehrmann tätschelt seinen Kopf, ein anderer lacht in die Kamera und klatscht vor Freude in die Hände. „Bravo!“ Doch das Bangen geht weiter: Noch immer werden Dutzende im Innern des Vier-Sterne-Hotels vermutet, das die Lawine in eine Falle verwandelt hat. Die gerettete Mutter des Jungen zeigt in das tiefe Loch und ruft mit einer Stimme voller Verzweiflung: Ihre Tochter stecke noch immer dort drinnen.

Der Fund der Überlebenden ist dennoch die erste gute Nachricht nach der katastrophalen Lawine, die am Tag einer schweren Erdbebenserie das Hotel erfasste. Bis dahin war das Rigopiano ein Resort, das sich im Internet als Wohlfühloase inmitten der unbefleckten Natur der Abruzzen präsentierte - und mit „Winter Experience“ warb. Dann wird die weiße Pracht zum Verhängnis für Dutzende Gäste und Mitarbeiter. Das Schneebrett begräbt das vierstöckige Hotel unter sich, reißt es sogar mehrere Meter mit.

Dass trotz der Wucht der Schneemassen und nach so vielen Stunden überhaupt ein Überleben in dem Hotel möglich ist, nährt die Hoffnung, weitere Menschen lebend zu finden. „Wir haben diese Hoffnung immer gehabt“, sagt die Zuständige des Zivilschutzes, Titti Postiglione. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes sagt, der dicke Schnee um das Hotel könnte es in eine Art Iglu verwandelt haben - mit guten Bedingungen für die Überlebenden.

Mit bewegenden Worten beschreibt ein Retter den Augenblick, in dem er die Mutter und ihr Kind lebend in den Trümmern findet. „Kaum hatten sie uns gesehen, waren sie überglücklich und konnten nicht sprechen. In ihren Augen konnte man sehen, dass sie überwältigt waren, uns zu sehen“, sagt Marco Bini der Nachrichtenagentur Ansa. Die beiden hätten in einem Hohlraum in der Küchenzone ausgeharrt, womöglich ein Feuer gemacht und auch etwas zu essen gehabt. „Sie waren so glücklich und haben uns umarmt.“

In dem Hotel könnten bis zu 35 Menschen gewesen sein, als die Lawine anrollte. Zwei Leichen wurden bereits geborgen. Die Suche nach den Vermissten ist ein Wettlauf gegen die Zeit - und lebensgefährlich für die Einsatzkräfte. „Ich habe noch nie so etwas gesehen“, sagt der Sprecher der Bergrettung, Walter Milan.

Ob die Lawine durch die vier Erdstöße, die die Region am Mittwoch mit einer Stärke von über 5 erschütterten, ausgelöst worden ist, ist noch immer nicht ausgemacht. Doch am Mittwoch haben sich nicht nur in Farindola zwei Naturgewalten vereint. In den Abruzzen schneit es seit Tagen, der Schnee türmt sich meterhoch. Dann wird wieder die Erde erschüttert - ausgerechnet in der Region, die seit dem schweren Beben vom August nicht zur Ruhe kommt. Viele Menschen haben kein Strom, andere sind in ihren Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.

Lorenzo Gagliardi, der seit den ersten Minuten der Rettung am Unglücksort in Farindola hilft, sagt: Beim Anblick der Tragödie, inmitten des Nichts, inmitten der Dunkelheit, hätte er heulen können. „Aber die Tränen kamen nicht raus, die Kälte auf der Strecke hat sie sich alle genommen“, sagt er der Zeitung „La Repubblica“. Jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer in der Tragödie am Gran Sasso.

dpa

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