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Nach Anschlag im Westjordanland: Familienvater gestorben

Beerschewa/Duma Nach Anschlag im Westjordanland: Familienvater gestorben

Mehr als eine Woche hatte er um sein Leben gekämpft: Nun ist ein zweites Opfer des Brandanschlags von Duma gestorben. Israel befürchtet weitere Gewalttaten.

Beerschewa. Nach dem Anschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie im Westjordanland ist ein zweites Opfer seinen Verletzungen erlegen. Der Familienvater verstarb israelischen und palästinensischen Medien zufolge in einem Krankenhaus in der Stadt Beerschewa in Israel.

Am 31. Juli hatten Vermummte im Ort Duma zwischen Nablus und Ramallah Brandflaschen in zwei palästinensische Häuser geworfen. Der 18 Monate alte Ali wurde dabei so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Der Vater, die Mutter und der vierjährige Bruder des Kleinkindes wurden zur Behandlung in israelische Kliniken gebracht. Auch die Mutter und der kleine Ahmed haben schwerste Verletzungen davongetragen: Bis zu 80 Prozent ihrer Haut sind verbrannt. Da am Tatort hebräische Graffiti gefunden wurden, gehen israelische Sicherheitsbehörden von einem terroristischen Hintergrund aus.

Der getötete Familienvater wurde bereits beigesetzt. Der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan zufolge nahmen Tausende an dem Trauerzug teil. Nach Angaben des israelischen Rundfunks ist die israelische Armee nach dem Tod des zweiten Opfers in erhöhter Alarmbereitschaft. Auch entlang der Route des Trauerzugs war das Militär präsent. Die Gefahr von Unruhen oder neuen Anschlägen von beiden Seiten ist groß: Sami Abu Zuhri, Sprecher der radikal-islamischen Hamas, hatte auf Facebook geschrieben, die Palästinenser hätten jedes Recht, „scharf auf Menschenrechtsverbrechen der Besatzung“ zu reagieren.

Der Anschlag hatte in Israel eine Debatte über den Umgang des jüdischen Staates mit radikalen Siedlern ausgelöst. Das Sicherheitskabinett beschloss, die sogenannte Administrativhaft auch auf jüdische Verdächtige auszuweiten. Diese Art der Haft kann in Israel ohne Anklage verhängt werden. In der Woche nach dem Anschlag wurden zwei ultra-nationalistische Juden in Administrativhaft genommen, die an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen sein sollen.

Der Leichnam des Familienvaters war am Samstag von Beerschewa nach Nablus überführt worden. Medienberichten zufolge wollen die Palästinenser die Obduktionsergebnisse nutzen, um den Fall vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte den Brandanschlag ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ genannt. Er machte die israelische Regierung für die Tat verantwortlich. Diese hatte den Anschlag scharf verurteilt. Menschenrechtsorganisationen werfen Israel jedoch vor, zu milde gegenüber radikalen Siedlern gewesen zu sein.


Artikel der Jerusalem Post
Ynet-Artikel

dpa

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