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Nach Anschlag von Nizza Rätselraten über Motive Mindestens 84 Tote nach Anschlag in Nizza

Nizza Mindestens 84 Tote nach Anschlag in Nizza

Frankreich steht erneut unter Schock: Ein Lastwagen rast am Nationalfeiertag an der Côte d'Azur in eine Menschenmenge. Präsident Hollande spricht von einem „terroristischen Charakter“ der Tat.

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Nizza. Bei einem Anschlag in der Hafenstadt Nizza sind am französischen Nationalfeiertag mindestens 84 Menschen getötet worden. Zahlreiche weitere wurden nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve verletzt.

Ein Mann richtet mit einem Lastwagen ein Massaker an.

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Zuvor ein Lastwagen am Donnerstagabend auf einer Strecke von zwei Kilometern in eine feiernde Menschenmenge auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais raste.

Der Fahrer des Lkw wurde erschossen. Cazeneuve sagte, die Polizei habe „einen Terroristen ausschalten können“. Präsident François Hollande sprach von einem terroristischen Charakter der Tat. Der genaue Hintergrund des Angriffs war nicht bekannt. Das Auswärtige Amt schloss am Morgen nicht aus, dass Deutsche unter den Opfern sein könnten.

Medienberichten zufolge ist der Attentäter identifiziert. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, soll es sich um einen 31 Jahre alten Franzosen tunesischer Herkunft handeln, der in Nizza gewohnt hat. Seine Papiere seien in dem Lastwagen gefunden worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der Fahrer nicht als politisch radikalisiert bekannt.

Hollande zufolge gab es bisher keine Hinweise auf Komplizen des Täters. Unter den Toten seien auch Kinder. „Wir müssen alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen“, sagte der Staatschef in Paris. Der seit den Anschlägen vom 13. November geltende Ausnahmezustand, der am 26. Juli beendet werden sollte, solle um drei weitere Monate verlängert werden. Das Parlament werde darüber in der kommenden Woche entscheiden.

Am Morgen trat das für Sicherheit und Verteidigung zuständige Kabinett Frankreichs zusammen. Anschließend wollte Hollande mit Ministerpräsident Manuel Valls nach Nizza reisen. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelte.

Die Promenade des Anglais ist eine der bekanntesten Flaniermeilen Europas. Der Zeitung „Nice Matin“ und dem Regionalpolitiker Christian Estrosi zufolge sollen die Passanten nicht nur umgefahren, sondern auch beschossen worden sein.

„Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht“, sagte Präsident Hollande. Deswegen sollten zusätzlich Soldaten und Reserven bei den Sicherheitskräften mobilisiert werden. Hollande kündigte eine Verstärkung der französischen Aktivitäten im Irak und in Syrien an. Dort beschießen französische Flugzeuge als Teil der internationalen Koalition Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Deutschland stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs: „Und ich bin sehr überzeugt, dass trotz aller Schwierigkeiten wir diesen Kampf gewinnen werden.“ Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte Hollande: „Der 14. Juli (...) steht für die Werte der französischen Revolution, die auch unsere Werte sind. Ein Angriff auf Frankreich ist deshalb ein Angriff auf die gesamte freie Welt“, hieß es in einem Schreiben.

Das Auswärtige Amt in Berlin riet den Menschen in Nizza dringend dazu, den Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich zur Lageentwicklung über die Medien zu informieren.

Die Teilnehmer des Asien-Europa-Gipfels (Asem) in der Mongolei gedachten der Opfer in einer Schweigeminute. US-Präsident Barack Obama erklärte: „Wir stehen in Solidarität und Partnerschaft an der Seite Frankreichs, unseres ältesten Alliierten.“ Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew rief zum gemeinsamen Kampf gegen Terroristen auf: „Europa und Asien müssen sich gegen den Terrorismus vereinen“, teilte Medwedew auf Facebook mit.

Frankreich war zuletzt wiederholt Ziel von Anschlägen. Bei islamistischen Attentaten waren im vergangenen Jahr 149 Menschen gestorben, davon 130 bei der Pariser Terrorserie am 13. November 2015. Während der kürzlich zu Ende gegangenen Fußball-Europameisterschaft hatte ein Mann, der sich zum IS bekannte, nahe Paris einen Polizisten und dessen Partnerin umgebracht.

Das Turnier fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt - ebenso wie die Feste zum Nationalfeiertag. Für die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris waren rund 11 500 Sicherheitskräfte mobilisiert worden. Am Nationalfeiertag wird der Erstürmung des Pariser Bastille-Gefängnisses am 14. Juli 1789 gedacht, die als Beginn der Französischen Revolution gilt.

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