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Neuer Alarm schreckt Dallas auf

Dallas Neuer Alarm schreckt Dallas auf

Tödliche Polizeischüsse auf Schwarze, fünf ermordete Polizisten - die vergangenen Tage waren aufwühlende für die USA. Präsident Obama versucht, seine Landsleute zu beruhigen. Ein neuer Vorfall zeigt, wie schwierig das ist.

Dallas. Zwei Tage nach den Polizistenmorden in Dallas hat ein neuer Sicherheitsalarm die Polizei und Bewohner der texanischen Großstadt aufgeschreckt. Ein Teil des örtlichen Polizeihauptquartiers wurde nach einer anonymen Drohung abgesperrt, später folgte jedoch Entwarnung.

Kurz zuvor hatte Präsident Barack Obama die Einheit der Nation beschworen und seine Landsleute aufgerufen, nach vorn zu blicken.

Das Land sei nicht so gespalten, wie manche es behaupteten, sagte Obama nach Abschluss des Nato-Gipfels in Warschau. Den Heckenschützen, der in der Nacht zum Freitag fünf Polizisten in Dallas erschossen hatte und danach selber von der Polizei getötet worden war, bezeichnete er als „verrückt“.

Unterdessen gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass der Täter sein Verbrechen sorgfältig vorbereitet hatte. So soll er den Angriff im Garten seines Wohnhauses geübt haben. Das geht nach Medienberichten aus einem Tagebuch hervor, das in seiner Wohnung gefunden wurde. Als Tatmotiv des Afroamerikaners gilt Hass auf Weiße.

Wie präsent die Furcht vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in den USA ist, zeigte sich am späten Samstagnachmittag (Ortszeit) in Dallas. Laut Medienberichten ging eine anonyme Drohung gegen die Polizei der Stadt ein, möglicherweise von einer bewaffneten Gruppe in Houston (ebenfalls Texas). Danach suchte die Polizei in einer Parkgarage hinter ihrem Hauptquartier nach einer möglichen verdächtigen Person, hob den Alarm aber schließlich wieder auf.

Der 25-jährige Micah Johnson hatte in der Nacht zum Freitag während einer Demonstration gegen Polizeigewalt aus dem Hinterhalt geschossen und dabei nicht nur die fünf Polizisten getötet, sondern auch fünf weitere Beamte und zwei Zivilisten verletzt. Zwei Polizisten befanden sich nach Angaben des Senders MSNBC am Samstag noch im Krankenhaus.

Auch am Samstag gingen in mehreren US-Städten wieder Tausende Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße. Für Sonntag sind weitere Demonstrationen geplant.

Ausgelöst wurde die Serie der Proteste durch den Tod von zwei Afroamerikanern, die in den US-Staaten Minnesota und Louisiana binnen 48 Stunden durch Polizeischüsse ums Leben gekommen waren.

Obama versuchte am Samstag, die aufgewühlte Nation zu beruhigen. Er sprach von einer „schmerzhaften“ Woche, betonte aber zugleich, dass „die Taten von Einzelnen nicht für uns alle stehen dürfen“. Schwarze verurteilten die Polizistenmorde und Weiße die Polizeigewalt gegen Schwarze, sagte er auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des Nato-Gipfels.

Anfang der Woche wird der Präsident in Dallas erwartet. Er verkürzte wegen des geplanten Besuchs eine Spanien-Visite nach dem Nato-Treffen in Warschau und wollte am Sonntagabend nach Washington zurückkehren.

Als wahrscheinliches Motiv des Dallas-Schützen gilt Hass auf Weiße. In diese Richtung deuten Äußerungen des Mannes bei Verhandlungen mit Polizisten vor seinem Tod und Facebook-Einträge, in denen Johnson Sympathien für schwarze Extremistengruppen bekundete.

Die Polizei fand nach eigenen Angaben zudem in seiner Wohnung jede Menge Waffen und paramilitärisches Material - auch zum Bombenbau - sowie Schutzwesten, Munition und ein Handbuch für den bewaffneten Kampf. Außerdem seien afro-nationalistische Schriften aufgetaucht.

Der 25-Jährige war ein Heeresveteran und wurde Ende 2013 in Afghanistan eingesetzt, allerdings nicht in Kämpfen. Mehreren Medienberichten zufolge wurde er nach dem Vorwurf der sexuellen Belästigung einer Soldatin zurück nach Hause geschickt.

dpa

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