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Brennpunkte Nord Stream - Russlands Gas-Route durch die Ostsee
Nachrichten Brennpunkte Nord Stream - Russlands Gas-Route durch die Ostsee
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12:02 11.07.2018
Bagger arbeiten im Greifswalder Bodden am Unterwassergraben der neuen Gas-Pipeline Nord Stream 2. Quelle: Stefan Sauer
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Moskau

Die Gas-Pipeline Nord Stream bringt russisches Gas über die Ostsee nach Westeuropa. Nord Stream 1 transportiert seit 2011 Gas vom russischen Wyborg auf dem Grund des Meeres bis ins deutsche Lubmin bei Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern).

Der Bau der zweiten Trasse, Nord Stream 2, hat kürzlich begonnen. Sie soll die Kapazitäten verdoppeln. Die Inbetriebnahme ist Ende 2019 geplant. Dann sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Deutschland fließen. Nord-Stream-Aufsichtsratschef ist Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), bei Nord Stream 2 ist er Präsident des Verwaltungsrats.

Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der mit Schröder eine enge Freundschaft pflegt, ist die 1224 Kilometer lange Pipeline strategisch wichtig: Mit ihrer Hilfe kann sibirisches Gas zu den Abnehmern in Westeuropa gelangen, ohne durch Transitländer wie die nach Westen strebende Ukraine zu fließen. Doch in der EU gibt es Streit um das Projekt: Viele Staaten fürchten eine noch höhere Abhängigkeit von Russlands Ressourcen. Deshalb ist Nord Stream 2 schon vor Baubeginn in die Kritik geraten.

Die USA gehören zu den scharfen Kritikern von Nord Stream 2. Doch auch die USA haben wirtschaftliche Interessen in der Region. Das Land exportiert Flüssiggas per Schiff etwa nach Polen und Litauen.

Das Nord-Stream-Konsortium selbst spricht von einem reinen „Infrastrukturprojekt“, das nicht politisch motiviert sei, sondern rein kommerziellen Zwecken diene. Die Bundesregierung hatte das Projekt im Gegensatz zu den osteuropäischen EU-Staaten unterstützt.

Hinter den Erdgas-Pipelines steht ein bereits 2005 gegründetes Konsortium großer Energiekonzerne. Bei Nord Stream 2 ist Gazprom - Russlands mächtiger Gas-Monopolist - formal einziger Anteilseigner. Dazu kommen aber als „Unterstützer“ die deutschen Energieunternehmen Wintershall - eine Tochter der BASF - und Uniper (Abspaltung von Eon) sowie die niederländisch-britische Shell, Engie (einst GDF Suez) aus Frankreich und OMV aus Österreich.

dpa

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