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Olympia-Ausschluss für Russland rückt näher

Toronto Olympia-Ausschluss für Russland rückt näher

Der McLaren-Report bestätigt systematisches Doping in Russland. Das IOC will die „härtest möglichen Sanktionen“. Putin kündigt Maßnahmen an und suspendiert Offizielle.

Die unabhängige Untersuchungskommission der Wada präsentierte in ihrem 97-seitigen Report zahlreiche Belege für ein staatlich gesteuertes und kontrolliertes Dopingsystem in Russland.

Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Toronto. Droht Russlands Sportlern nach dem Doping-Beben das Olympia-Aus? Der mit Spannung erwartete McLaren-Report hat 18<TH>Tage vor Beginn der Sommerspiele in Rio de Janeiro einen der größten Skandale der Sportgeschichte offenbart und den Weltsport erschüttert.

Dem Bericht zufolge hat das russische Sportministerium weitreichende Manipulationen auch während der Winterspiele in Sotschi 2014 „gelenkt, kontrolliert und überwacht“. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die den Report initiiert hatte, forderte umgehend Russlands Aus für Rio und andere internationale Sportereignisse.Zudem sollte russischen Regierungsvertretern der Zugang zu Wettkämpfen untersagt werden.

Auch IOC-Präsident Thomas Bach reagierte schockiert, traf aber noch keine Maßnahmen. „Die Ergebnisse des Berichts zeigen einen erschreckenden und beispiellosen Angriff auf die Integrität des Sports und der Olympischen Spiele“, wurde Bach in einer Stellungnahme zitiert: „Daher wird das IOC nicht zögern, die härtesten Sanktionen gegen jede beteiligte Person oder Organisation zu treffen.“ Das Exekutiv-Komitee des IOC wolle in einer Telefonkonferenz heute erste Entscheidungen treffen.

Wladimir Putin reagierte am Abend. Russlands Staatspräsident suspendierte jene Offizielle vorläufig, die in dem Report namentlich genannt wurden. Putin beklagte aber mit Verweis auf den Olympia-Boykott 1980 in Moskau, dass die aktuelle Situation ein gefährlicher Rückfall von politischer Einmischung in den Sport sei. Die Anschuldigungen gegen russische Athleten basierten aus seiner Sicht zudem auf Beweisen, die von einer Person mit miserabler Reputation stammten.

Derlei Empfehlungen gab der Report ausdrücklich nicht - dennoch setzt er das IOC und Bach maximal unter Zugzwang. Die Erkenntnisse Richard McLarens sind unmissverständlich. Demnach sind auch nicht nur die Sotschi-Spiele und Wintersportler betroffen: „Russische Athleten aus den meisten Sommer- und Wintersportarten“ hätten von der Manipulationsmethode, die von „mindestens Ende 2011 bis August 2015“ geplant und durchgeführt worden sei, profitiert. 643 positive Proben seien in diesem Zeitraum vertauscht worden, davon 139 in der Leichtathletik. Eine Gruppe von 312 aussichtsreichen russischen Athleten wurden durch die Vertuschung geschützt, darunter auch elf Fußballer. Bei allen Fläschchen mit den Proben wurden Manipulationen festgestellt. Das russische Sportministerium habe die Manipulation mit Hilfe des Geheimdienstes FSB durchgeführt. Auch das Moskauer Stammlabor war eingebunden. Mehrere Dutzend russische Sportler, darunter mindestens 15 Medaillengewinner, sollen in Sotschi gedopt an den Start gegangen sein. „Ich bin sehr überzeugt von unseren Ergebnissen. Wir haben viele Beweise, die keine Zweifel zulassen“, sagte McLaren. Mit seinem Team hat er tausende Daten und Dokumente ausgewertet, auch gelöschte Dateien wiederhergestellt.

Sollten die Wintersportverbände rückwirkend Strafen gegen russische Medaillengewinner von Sotschi vollziehen, dürfen auch deutsche Athleten hoffen. In drei Fällen würden sie bei Ausschlüssen auf den Bronzerang rutschen (Claudia Pechstein/Eisschnelllauf, Andi Langenhan/Rodeln, Patrick Bussler/Snowboard), in zwei Fällen sogar zu Olympiasiegern werden (Aljona Savchenko/Robin Szolkowy/Paarlauf, Männer-Staffel/Biathlon).

Die Doping-Chronik

Seit fast zwei Jahren sorgen die Enthüllungen über Doping im russischen Spitzensport für großes Aufsehen. Nun werfen die Ermittler der Welt-Anti-Doping- Agentur (Wada) Russland in einem 97-seitigen Untersuchungsbericht staatlich gesteuertes Doping vor. Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse:
3. Dezember 2014: Im Dokumentarfilm „Geheimsache Doping – Wie Russland seine Sieger macht“ enthüllt ARD-Experte Hajo Seppelt systematisches Doping, Vertuschung von Kontrollen und Korruption – alles offenbar staatlich unterstützt.
16. Dezember 2014: Die Welt-Anti-Doping-Agentur setzt eine dreiköpfige Kommission zur Aufklärung der Vorwürfe ein.
9. November 2015: Die Kommission legt ihren ersten Bericht vor, der ein Schreckensbild der Doping-Praktiken zeigt – und empfiehlt, Russlands Leichtathleten aus der IAAF auszuschließen. Das geschieht vier Tage später.
18. November 2015: Die Wada suspendiert Russlands Anti-Doping-Agentur Rusada, wegen Regelverstößen.
6. März 2016: Neue Vorwürfe gegen Russland erschüttern die Sportwelt. Eine TV-Dokumentation, präsentiert im WDR, belegt Verstöße von Russlands Leichtathletik gegen Auflagen von IAAF und Wada.
12. Mai 2016: Gregori Rodschenkow, Ex-Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, behauptet in der „New York Times“, dass in Sotschi positive Dopingproben russischer Athleten auf Anordnung des Staates vertuscht wurden.
15. Juni 2016: Die Wada erhebt erneut schwere Vorwürfe. So sollen zwischen dem 15. Februar und 29. Mai 736 geplante Dopingkontrollen nicht durchgeführt worden sein. Kontrolleure seien in Russland von Athleten massiv behindert und von Beamten des russischen Geheimdienstes FSB eingeschüchtert worden.
17. Juni 2016: Einstimmig bestätigt das Council der IAAF die Sperre für die russischen Leichtathleten. Damit dürfen sie bei Olympia in Rio nicht starten. Es gibt Ausnahmen für Athleten, die nicht ins russische Doping-System involviert sind.
3. Juli 2016: Russland legt Einspruch gegen den Olympia-Ausschluss seiner Leichtathleten vor dem CAS ein.
18. Juli 2016: Die Wada legt in ihrem Ermittlungsbericht zu den Vorfällen in Sotschi gravierende Belege für staatlich gesteuertes Doping in Russland vor.
bis 21. Juli 2016: Der Cas will über den Einspruch gegen den Ausschluss russischer Leichtathleten in Rio entscheiden.

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