Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Ostdeutsche verdienen deutlich weniger als Westdeutsche
Nachrichten Brennpunkte Ostdeutsche verdienen deutlich weniger als Westdeutsche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:04 02.10.2016
Anzeige
Berlin

Auch ein Vierteljahrhundert nach der Wende liegt Ostdeutschland beim Lohnniveau deutlich hinter den alten Bundesländern.

Verdienten sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland Ende 2015 durchschnittlich 2449 Euro brutto im Monat, waren es in Westdeutschland 3218 Euro. Noch immer pendeln auch wesentlich mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer als in umgekehrter Richtung.

Auf diese Statistik-Daten der Bundesagentur für Arbeit machte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann anlässlich des Tages der Deutschen Einheit aufmerksam. „Von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Ost und West kann nicht gesprochen werden“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Ostdeutsche verdienen somit im Durchschnitt 24 Prozent weniger als die im Westen. Gemessen an der Niedriglohnschwelle von 2056 Euro bundesweit waren Ende 2015 36 Prozent der ostdeutschen Vollzeitbeschäftigten zu einem Niedriglohn tätig, im Westen knapp 17 Prozent.

Die Hans-Böckler-Stiftung hatte am Freitag unter Berufung auf Daten von Mitte 2016 mitgeteilt, dass die tariflichen Grundvergütungen im Osten inzwischen bei durchnittlich 98 Prozent des Westniveaus lägen. Bei Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden, sei der Einkommensunterschied allerdings deutlich größer - und rund die Hälfte der Ost-Beschäftigten sei nicht tarifgebunden.

Nach den Daten der Arbeitsagentur pendelten im Vorjahr 398 384 ostdeutsche Beschäftigte in den Westen, 1999 waren es 307 907. Umgekehrt kamen aus Westdeutschland 2015 nur 134 520 Beschäftigte zum Arbeiten in die neuen Bundesländer. Im Vergleich zu 1999 ist deren Zahl aber auch angestiegen, damals waren es noch 76 789.   

Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2015 in Ostdeutschland 9,2 Prozent, in Westdeutschland 5,7 Prozent.               

Zimmermann warf der Bundesregierung vor, sich mit einem „Sonderarbeitsmarkt Ost“ abgefunden zu haben. Ein wesentlicher Schlüssel für eine Angleichung sei die Stärkung von Tarifverträgen und Tarifbindung, die im Osten deutlich schwächer als im Westen sei. Die deutlich niedrigeren Ostlöhne zeigten aber auch, dass eine Hochwertung der Löhne bei den Renten beibehalten werden müsse. 

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Zahnarzt aus Gera hat 2013 für Schlagzeilen gesorgt, weil er über Jahre Mitarbeiterinnen beim Umziehen und Duschen heimlich gefilmt hatte. Bis heute beschäftigt der Fall die Gerichte.

02.10.2016

Bundestrainer Joachim Löw hat nach eigenen Angaben trotz Trennung immer noch ein gutes Verhältnis zu seiner Frau. „Wir stehen uns weiterhin sehr nah“, sagte Löw der „Welt am Sonntag“.

02.10.2016

Mindestens 77 Menschen sind bei einer Gasexplosion in einem Café im südspanischen Vélez-Málaga verletzt worden.

02.10.2016
Anzeige