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Partynacht endet im Grauen: Tote in Club

Bluttat in Konstanz Partynacht endet im Grauen: Tote in Club

Ein 34 Jahre alter Mann schießt in der Diskothek um sich. Zwei Menschen sterben, mehrere werden verletzt. Die Hintergründe sind unklar. Eine Terrorattacke schließt die Polizei aber zunächst aus.

Junge Frauen umarmen sich am Tag nach der Bluttat vor der Diskothek in Konstanz.

Quelle: Felix Kästle

Konstanz. Die ersten Schüsse sind kaum zu hören. Viel zu laut dröhnt die Musik noch aus den Lautsprechern. Was aber Sekunden später über die tanzenden Gäste im Konstanzer „Grey Club“ hereinbricht, muss der blanke Horror sein.

„Ich sah, wie ein Mann das Magazin in eine Maschinenpistole steckte und plötzlich wahllos auf die Menschen schoss“, beschreibt ein Zeuge wenig später die Szene. Es ist mitten in der Nacht, gegen 4.30 Uhr, als ein Mann in dem vollen Club um sich schießt - am Ende sind zwei Menschen tot. Mindestens drei Personen werden durch den Kugelhagel in der Diskothek schwer verletzt, außerdem wird ein Polizist verwundet.

Bei dem Schützen handelte es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei um einen Iraker. Der 34 Jahre alte Mann soll demnach seit 15 Jahren in der Umgebung von Konstanz in Baden-Württemberg gelebt haben. „Bisher gibt es keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund“, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann sei kein Asylbewerber. Ursache für den Angriff sei möglicherweise ein „Streit im persönlichen Umfeld des Täters“, teilte die Polizei schließlich Stunden nach der Bluttat mit.

Warum der Mann aber letztendlich in der Diskothek auf friedlich feiernde Gäste schoss, blieb am Sonntag zunächst unbeantwortet. Der mutmaßliche Schütze selbst wurde bei einem Schusswechsel mit Polizeibeamten lebensgefährlich verletzt, als er den Club verließ. Er starb später in einem Krankenhaus. Offen war zunächst auch noch die Frage, woher die sichergestellte Tatwaffe stammte.

Die schockierende Tat in der Nacht dauerte nur wenige Minuten, wie sich der 27 Jahre alte Augenzeuge erinnert. Wie er, so standen auch zahlreiche andere, meist junge Gäste unter dem Eindruck des unerwarteten Angriffs: Als die Musik plötzlich verstummte, Schreie zu hören waren und Panik ausbrach. Die Polizei berichtete, die Gäste seien aus dem Club geflohen. Auch der Augenzeuge erzählte, er und seine Freunde hätten entkommen können.

Kurze Zeit später waren viele Polizisten, Sanitäter und Notfallseelsorger vor Ort, um zu helfen. „Die Erinnerungen bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf“, sagte der junge Mann. Er habe beobachtet, wie der Angreifer einem Mann direkt in den Schädel geschossen habe. „Ich war mir sicher, dass er tot ist.“ Andere Besucher hätten später berichtet, es sei noch ein weiterer Angreifer an der Tat beteiligt gewesen. Die Polizei gab aber schließlich Entwarnung: Es soll ein Einzeltäter gewesen sein.

Nach dem Sonnenaufgang gab es bereits erste Gerüchte zu den Motiven. Dabei hörte man sogar, der Täter habe angeblich Kontakte zur Organisierten Kriminalität gehabt. Die Polizei bestätigte nichts davon. Sie teilte lediglich mit, dass der 34-Jährige wegen verschiedener Delikte bekannt war.

Zunächst galt eine Beziehungstat als wahrscheinlichstes Motiv. Vielleicht habe es mit dem Iraker schon vor dessen Bluttat einen Zwischenfall in der Diskothek gegeben, hieß es dann am Nachmittag bei der Polizei. Das überprüfe man. Möglicherweise sei der Mann zuvor aus dem „Grey Club“ geworfen worden. Der Club selbst galt bei der Polizei nicht als besonders auffällig. Erst im Mai war die Diskothek von einem neuen Pächter nach längerer Pause wieder eröffnet worden.

dpa

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