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Brennpunkte Polizei jagt den Lebensmittel-Erpresser
Nachrichten Brennpunkte Polizei jagt den Lebensmittel-Erpresser
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08:32 29.09.2017
Polizeivizepräsident Uwe Stürmer vom Polizeipräsidium Konstanz und Ministerialrätin Petra Mock informieren am Donnerstag bei einer Pressekonferenz über die Lebensmittelerpressung. Quelle: Oliver Hanser
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Konstanz/Friedrichshafen

Nach dem Fund vergifteter Lebensmittel am Bodensee setzen die Ermittler auf Hinweise über eine Telefon-Hotline. Bislang hätten sich mehr als 650 Anrufer bei der Polizei gemeldet, sagte ein Sprecher in Konstanz am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Dabei hätten sich einige besorgte Anrufer über den Sachstand informiert. Es seien aber auch etliche konkrete Hinweise eingegangen, erklärte der Sprecher.

Ein Unbekannter hat mit der Manipulation weiterer Produkte in deutschen Supermärkten und Drogerien gedroht, um eine zweistellige Millionensumme zu erpressen. Am Donnerstag hatte die Polizei Bilder veröffentlicht, die den dringend Tatverdächtigen zeigen. Die Beamten hoffen damit, eine konkrete Spur zu dem Verdächtigen zu bekommen.

„Die Auswertung der Anrufe läuft fortwährend, die Kollegen prüfen Hinweise rund um die Uhr“, berichtete der Sprecher. Um den Fall zu klären, wurde die Sonderkommission „Apfel“ mit etwa 220 Ermittlern gegründet. Eine internationale Fahndung nach dem oder den Erpressern, vor allem auch in Österreich und der Schweiz, läuft. Mitte September waren fünf vergiftete Gläschen mit Babynahrung in Friedrichshafen am Bodensee entdeckt worden.

Die Polizei fürchtet weitere Taten. „Wir können nicht ausschließen, dass der Erpresser über das Wochenende erneut vergiftete Lebensmittel ausbringt“, sagte Pressesprecher Jens Purath am Freitagmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“. Dies sei der Grund gewesen, dass die Polizei das Thema publik gemacht habe. Die Ermittler arbeiteten „nach wie vor auf Hochtouren“, versicherte Purath.

Die Polizei geht aktuell davon aus, alle bisher vergifteten Gläser entdeckt zu haben. Das Gift Ethylenglycol sei in die Babynahrung eingerührt worden, hieß es von der Polizei. Beim Verzehr drohten „sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod“. Die Drohung des unbekannten Erpressers umfasse aber nicht nur Babynahrung. Er habe gedroht, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften.

Ethylenglycol (veraltet auch Äthylenglycol) ist eine sirupartige Flüssigkeit. Es ist sowohl farb- als auch geruchslos. Der Stoff ist giftig und greift nach dem Verschlucken zunächst das Zentrale Nervensystem an, dann das Herz und schließlich die Nieren. In größeren Mengen kann Ethylenglycol tödlich sein. Das Anwendungsgebiet von Ethylenglycol ist recht breit. Es kommt beispielsweise als Frostschutzmittel zum Einsatz. Auch in der Industrieproduktion spielt es eine Rolle.

dpa

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