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Brennpunkte Pulverfass Venezuela: Chronik eines Niedergangs
Nachrichten Brennpunkte Pulverfass Venezuela: Chronik eines Niedergangs
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14:42 30.07.2017
Ein Protestler sucht bei einer Demonstration in Caracas Schutz hinter einem Schild mit der Aufschrift „Libertad“ („Freiheit“). Quelle: Ariana Cubillos
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Caracas

Venezuela wird seit 1999 von den Sozialisten regiert, zunächst bis zu seinem Tod 2013 von dem charismatischen Hugo Chávez, seither von Präsident Nicolás Maduro. Unter seiner Führung stürzte das Land mit den größten Ölreserven dramatisch ab. Eine Chronologie.

14. April 2013: Maduro gewinnt mit einer knappen Mehrheit von 50,6 Prozent gegen den Herausforderer Henrique Capriles die Wahl.

2014/2015: Der Ölpreis stürzt auf unter 40 US-Dollar ab, dem Land fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medizin einzuführen.

2014: 43 Menschen sterben bei monatelangen Protesten gegen Maduro, Oppositionsführer Leopoldo López wird zu 13,9 Jahren Haft verurteilt.

6. Dezember 2015: Das Oppositionsbündnis MUD erringt bei der Wahl des Parlaments eine Zwei-Drittel-Mehrheit und plant Maduros Absetzung.

2015/2016: Die Einnahmen des staatlichen Ölkonzerns PDVSA fallen von 122 auf 72,2 Milliarden Dollar, die Regierung verkauft Goldreserven.

Januar 2016: Maduro erklärt den ökonomischen Notstand und regiert mit Dekreten am Parlament vorbei. Die Inflation ist die höchste der Welt.

Juni 2016: Lufthansa stellt nach 45 Jahren ihre Flüge nach Caracas ein; weitere Airlines folgen, Venezuela wird kaum noch angeflogen.

21. Oktober 2016: Die nationale Wahlbehörde (CNE) stoppt die geplante Unterschriftensammlung für ein Referendum zur Abwahl Maduros.

3. Dezember 2016: Damit wegen der Inflation nicht weiter der Lohn in Sporttaschen abgeholt werden muss, werden größere Scheine eingeführt.

13. Februar 2017: Die USA verhängen gegen Vizepräsident Tareck El Aissami Sanktionen wegen möglicher Verstrickung in den Kokainhandel.

29. März 2017: Der von den Sozialisten dominierte Oberste Gerichtshof entmachtet das Parlament - die Opposition spricht von einem Putsch.

1. April: Nach einer Intervention von Generalstaatsanwältin Luisa Ortega nimmt der Oberste Gerichtshof das Urteil wieder zurück.

4. April: Beginn einer landesweiten Protestwelle - seither sind über 100 Menschen gestorben und mehr als 4500 Bürger festgenommen worden.

1. Mai: Maduro verkündet eine Verfassungsgebende Versammlung mit Vertretern der Arbeiterklasse; viele fürchten den Umbau zur Diktatur.

18. Mai: Maduro fordert notfalls einen bewaffneten Kampf. „Wir sind die neuen Juden des 21. Jahrhunderts“, sagt er.

Juli: Generalstreiks lähmen das Land, die Kindersterblichkeit ist stark gestiegen, Menschen suchen auf Müllkippen nach Essensresten.

5. Juli: Schlägerbanden überfallen das Parlament und schlagen mit Latten auf Abgeordnete ein. Blut fließt, es gibt zwölf Verletzte.

8. Juli: Oppositionsführer López, Gründer der Partei Voluntad Popular, darf die Haftstrafe vorerst im Hausarrest weiter verbüßen.

26. Juli: Die US-Regierung verhängt Finanzsanktionen gegen 13 weitere Funktionäre, darunter gegen die Chefin der nationalen Wahlbehörde.

dpa

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