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Brennpunkte Regen günstiger als Sonne: Namenspaten für Hochs und Tiefs
Nachrichten Brennpunkte Regen günstiger als Sonne: Namenspaten für Hochs und Tiefs
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16:43 12.01.2017
Berlin

Sonne schenken kostet in Berlin 355,81 Euro. Die Wetterpatenschaft für Hoch- und Tiefdruckgebiete ist zwar nicht ganz günstig. Doch ihre Namensgeber können sie europaweit bekannt machen - im Guten wie im Schlechten. Fragen und Antworten zu den Hochs und Tiefs:

Seit wann werden Wetterphänomene mit Vornamen benannt?

Die US-Wetterbehörde kam im Zweiten Weltkrieg erstmals auf die Idee, Unwettern Namen zu geben. Seit dem Jahr 1954 vergibt auch das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Namen für Druckgebilde: männliche für Hochs, weibliche für Tiefs, in der Reihenfolge des Alphabets. Die Meteorologen fertigten damals Listen mit je zehn Namen pro Buchstabe und Geschlecht an.

Warum sind heute manchmal Tiefs weiblich und manchmal Hochs?

In den 1990ern kritisierten unter anderem Frauenrechtlerinnen die Praxis der Namensvergabe, weil sie Schönwetterlagen stets männlich und Kaltfronten weiblich sein ließ. Seither erhalten in geraden Jahren wie 2016 Tiefs weibliche und Hochs männliche Namen. In ungeraden Jahren wie 2017 ist es umgekehrt. Jedes Jahr wird das Alphabet etwa fünfmal für Tiefs und rund zweimal für Hochs durchlaufen.

Können Privatleute Vorschläge machen?

Seit 2002 kann man Hochs und Tiefs gegen einen gewissen Betrag „taufen“ lassen. Die Namen können durchaus ausgefallen sein. Menschen mit exotischen Namen müssen aber nachweisen, dass sie wirklich so heißen oder es den Namen zumindest gibt. Im Jahr 2016 trugen Hochs etwa die männlichen Vornamen Quinn, Xander und Zhygimont. Tiefs waren unter anderem nach Futaba, Oceana und Walburga benannt.

Wer kauft die Wetterphänomene?

Das Orkantief Kyrill im 2007 war als Geburtstagsgeschenk für einen gebürtigen Bulgaren gedacht. Nach dem verheerenden Unwetter zeigte er sich sehr bedrückt. Der Name soll seither nicht mehr für Unwetter-Tiefs verwendet werden. Das Hitzerekord-Hoch Annelie von 2015 verdankt seinen Namen einer damals 90-jährigen Konstanzerin. Sie genoss laut Medienberichten die Hitze von bis zu 40,3 Grad badend im Bodensee. Regen zu schenken ist übrigens billiger als Sonne: Ein Tief kostet nur 236,81 Euro.

dpa

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