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Report: Maya-Priester im Völkerkundemuseum

Hamburg Report: Maya-Priester im Völkerkundemuseum

Von Weltuntergangsstimmung war wenig zu spüren auf der Feier des Hamburger Völkerkundemuseums zum vermeintlichen Ende des Maya-Kalenders. Aus gutem Grund: Denn für die Maya markiere das Datum 21.12.12 in Wirklichkeit nur „den Eintritt in eine neue Ära“, erklärte Juan Ixchop Us.

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Besucher feierten eine «Weltübergangsparty» im Völkerkundemuseum in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt

Hamburg. Er muss es wissen, denn er ist einer von zwei Maya-Priestern, die das Museum für seine „Weltübergangsparty“ am Freitag extra aus Guatemala hatte einfliegen lassen.

Der 47-Jährige hielt gemeinsam mit seinem 40-jährigen Begleiter Fabián Frias Santillán ein Maya-Ritual im Innenhof des Museums ab. Vor mehreren hundert Zuschauern tanzten die beiden in traditionell farbenfroher Kleidung um ein kleines Feuer, begleitet abwechselnd von eigenem Flötenspiel und munterer Xylofon-Musik aus dem Lautsprecher. Dazwischen beschworen sie die Einigkeit der Völker und luden die Beistehenden zum gemeinsamen Tanzen und Beten ein. Auch der wissenschaftliche Leiter des Museums, Bernd Schmelz, wurde eingespannt: Mit rotem Tuch im Maya-Stil über den Schultern hüpfte er mit den Priestern ums Feuer und übersetzte ihre spanischen Ansprachen ins Deutsche.

Im Inneren des Museums konnten die rund 1600 Besuchern zwischen allerlei esoterischen Angeboten wie Klangschalenmassage, Stein-Orakel und Mantra-Singen wählen. Dazwischen wurden frische Fruchtsäfte verkauft, indischer Tee - und Margaritas. Was die kräftigen Cocktails mit den Maya zu tun haben? „Kommen beide aus Lateinamerika“, bemerkte ein junger Kellner. „Passt doch, oder?“

Die rund 1600 Besucher, mehrheitlich weiblich und zwischen 30 und 60 Jahren, schienen dem angeblichen Weltende gelassen entgegenzuschauen. „Das sollte man nicht so ernst nehmen“, war sich ein komplett weiß gekleidetes Paar einig. Und eine 55-jährige Kolumbianerin, die sich von dem Maya-Ritual „innere Reinigung“ erhoffte, tat den Weltuntergangs-Hype mit zwei Worten ab: „Alles Geschäft.“

dpa

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