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Brennpunkte Rhein-Hochwasser auf dem Höhepunkt
Nachrichten Brennpunkte Rhein-Hochwasser auf dem Höhepunkt
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17:12 08.01.2018
Heute sollen die Pegelstände auch an Ober- und Mittelrhein zurückgehen. Quelle: Andreas Arnold
Köln/Mainz

Überschwemmte Uferstraßen, Landungsstege und Felder - und doch vorsichtiges Aufatmen: Das Hochwasser des Rheins hat zu Wochenbeginn seinen Höhepunkt erreicht. In Köln wurden am Montagnachmittag 8,77 Meter gemessen.

In der Stadt ging man davon aus, dass bei rund 8,80 Metern Schluss sein werde. „Dann wird es etwas stagnieren und im Laufe der nächsten Tage wieder sinken“, sagte der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, Rafael Vedder. Auch in anderen Städten am Rhein wurde mit einer nahen Trendwende gerechnet.

In Düsseldorf sah man dem Scheitelpunkt in der Nacht zu Dienstag entgegen, erwartet wurden nach Angaben eines Sprechers rund 8,40 Meter. Ein weiteres Nachrüsten im großen Umfang war zunächst nicht mehr nötig. „Die Arbeiten beschränken sich darauf, dass man immer wieder die Deiche kontrolliert und schaut, ob alles in Ordnung ist“, sagte der Sprecher. „Wir warten darauf, dass das Wasser zurückgeht.“

Gefährlich wurde das Wasser auch für Tiere auf Rhein-Inseln. Am Wochenende habe man nach einem Notruf drei Kaninchen vor dem Ertrinken retten müssen, sagte eine Sprecherin von „Tiernotruf.de“. „Von der Insel war schon nichts mehr übrig.“ Man sei mit einem Schlauchboot zur Hilfe gekommen. Darüber hatte „Bild“ berichtet.

Aufatmen auch an der Mosel: In der Nacht zum Montag fiel der Pegelstand in Trier unter die Acht-Meter-Marke, wie das zuständige Hochwassermeldezentrum mitteilte. „Und wir gehen davon aus, dass sich der Trend weiter fortsetzen wird“, sagte ein Sprecher. Am Dienstag könnte der Pegelstand in Trier bereits unter sieben Metern liegen: „Dann wird voraussichtlich auch die Schifffahrt wieder möglich sein.“ Alle anderen Pegelstände an der Mosel fielen am Montag ebenfalls.

In den hessischen Hochwassergebieten entspannte sich die Situation ebenso. Vor allem am Main und an der Lahn bei Gießen sanken die Pegelstände. Auch am Rhein ging der Wasserstand stellenweise zurück, nachdem in der Nacht zum Montag im Rheingau noch ein Höchststand von rund fünf Metern gemessen worden war.

Mit dem Scheitel des Hochwassers war auch ein Ende der umfangreichen Fahrverbote in Sicht. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt des Bundes rechnete damit, dass schrittweise alle Sperren auf dem Rhein aufgehoben werden. Allerdings könnte es noch weiterhin Einschränkungen wie das Fahren mit reduzierter Geschwindigkeit geben.

Fachleute erwarten nun, dass nach dem tagelangen Hochwasser am Rhein auch das Grundwasser langsam steigen wird - wie weit, war zunächst nicht abzuschätzen. Die Feuerwehr in Köln teilte mit, im Ernstfall vorbereitet zu sein, um bei volllaufenden Kellern zu helfen. Bislang gebe es aber keine Probleme.

Entwarnung gaben auch die Wetterexperten: Die für Mitte der Woche erwarteten Schauer sorgen voraussichtlich für keine neuen Überflutungen. „Wir erwarten keine großen Mengen an Regen“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch fielen im Süden und Südwesten Deutschlands innerhalb von 24 Stunden lediglich ein bis fünf Liter Regen pro Quadratmeter - das habe keinen großen Effekt, sagte der Wetterkundler.

dpa

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