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Schweres Erdbeben erschüttert die Ägäis

Eine Tote und Verletzte Schweres Erdbeben erschüttert die Ägäis

Ein heftiger Erdstoß versetzt die Menschen an der türkischen Ägäisküste und auf den griechischen Inseln in Angst und Schrecken. Eine Frau kommt ums Leben, mehrere werden verletzt.

Ein schweres Erdbeben hat die Ägäisküste im Westen der Türkei erschüttert.

Quelle: Oliver Berg/symbol

Istanbul/Athen. Bei dem starken Seebeben in der Ägäis ist eine Frau ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handelt es sich um eine Frau, die die Feuerwehr aus den Trümmern ihres Hauses in einem Dorf auf der griechischen Insel Lesbos barg, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA am Abend berichtete.

Auf Lesbos wurden mindestens zwölf Menschen verletzt. Von den Verletzten sei niemand in Lebensgefahr. Das teilten die Ärzte des Krankenhauses der Insel Lesbos mit.

Nach Angaben des Erdbeben-Monitors des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 6,4. Das Zentrum lag etwa zehn Kilometer unter dem Meeresboden der Ägäis zwischen der griechischen Insel Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir.

Die Stöße waren noch in der rund 330 Kilometer entfernten türkischen Millionenmetropole Istanbul und in der etwa 300 Kilometer entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren. Es kam zu einem kleinen Tsunami, der aber keine Schäden anrichtete, berichtete der Chef des griechischen Geodynamischen Instituts, Efthymios Lekkas, im Staatsradio.

Am schlimmsten wurde nach Angaben des Bürgermeisters der Inselhauptstadt von Lesbos, Spyros Galinos, die Ortschaft Vrises getroffen. „Mehrere Häuser in Vrises sind schwer beschädigt oder eingestürzt“, sagte er im Rundfunk. Auch in der Ortschaft Plomari wurden mehrere Häuser schwer beschädigt, wie Augenzeugen im Fernsehen berichteten. Zahlreiche Straßen seien unpassierbar nach Erdrutschen, teilte der griechische Verkehrsminister Christos Spirtzis mit.

„Die Menschen sind fast alle auf die Straße gerannt“, berichteten Augenzeugen. Hotels wurden nach Behördenangaben nicht beschädigt. Die Lage beruhigte sich am Montagnachmittag.

Seismologen rieten den Menschen, deren Häuser beschädigt wurden, im Freien zu bleiben. Es bestehe Gefahr, dass diese während eines Nachbebens einstürzten. Der Zivildienst sollte am Abend Zelte in den betroffenen Regionen rund um die Ortschaft Plomari aufschlagen.

Der Gouverneur der türkischen Provinz Izmir, Erol Ayyildiz, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, nach ersten Erkenntnissen gebe es weder Opfer noch Schäden zu beklagen. Das Hauptbeben ereignete sich vor der Küste des Bezirks Karaburun in der Provinz.

Bezirksbürgermeister Muhammet Özyüksel sagte dem Nachrichtensender CNN Türk, das Beben habe etwa 15 bis 20 Sekunden gedauert und sei sehr stark gewesen. „So einen Stoß habe ich noch nie erlebt. Ich habe gedacht, das Gebäude stürzt ein“, sagte er mit Blick auf die Bezirksverwaltung. Auch an der türkischen Ägäis-Küste berichteten Augenzeugen, Menschen seien in Panik auf die Straßen gerannt.

Der Seismologie Marco Bohnhoff vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam sagte, es habe sich um ein sogenanntes Dehnungsbeben gehandelt, bei dem sich die obere Erdplatte in diesem Fall in Richtung Nord-Süd ausgedehnt habe. Das Epizentrum habe in zehn Kilometern Tiefe gelegen. Ein Beben in dieser Tiefe werde auch in mehreren hundert Kilometern Entfernung gespürt. Man müsse mit Nachbeben von einer Stärke bis 5 Grad rechnen. Beben dieser Art würden in dieser Gegend etwa zweimal im Jahr registriert.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

dpa

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