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Brennpunkte Sexualstraftaten in Deutschland
Nachrichten Brennpunkte Sexualstraftaten in Deutschland
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23:33 07.01.2016
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Köln

Sexualstraftaten machen in Deutschland weniger als ein Prozent der Gesamtkriminalität aus. 2014 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik bundesweit knapp 47 000 Fälle registriert - eine leichte Steigerung im Vergleich zum Jahr 2013.

Damit lag der Anteil von „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ zuletzt bei 0,8 Prozent. Knapp vier Fünftel der Taten konnten aufgeklärt werden. Sieben Prozent der Tatverdächtigen waren Frauen.

Knapp 6100 der insgesamt rund 33 100 Verdächtigen hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, das entspricht einem Anteil von 18,4 Prozent. „Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die nichtdeutsche Wohnbevölkerung zu einem größeren Teil als die deutsche aus jüngeren Männern besteht“, heißt es beim Bundeskriminalamt. „Ferner dürfte die besondere Lebenslage junger Ausländer bedeutsam sein.“

Mit gut 12 100 Fällen lag der sexuelle Missbrauch von Kindern unter den Sexualstraftaten 2014 an erster Stelle. Knapp dahinter folgen Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung, die nach Paragraf 177 des Strafgesetzbuches geahndet werden. Im Verhältnis zur Zahl der Einwohner gab es die meisten solcher Fälle in Großstädten wie Berlin, Köln, Bremen und Stuttgart.

Je nach Schwere der Tat drohen langjährige Haftstrafen - bei sexueller Nötigung mindestens ein Jahr, in minder schweren Fällen mindestens sechs Monate. Vergewaltigung wird mit wenigstens zwei Jahren Haft geahndet. Mindestens drei Jahre Gefängnis werden verhängt, wenn der Täter bewaffnet ist. Gefährdet er das Leben seines Opfers, drohen nicht weniger als fünf Jahre Haft. Führen sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung zum Tod, folgen lebenslange Haft oder Gefängnis nicht unter zehn Jahren.


Polizeiliche Kriminalstatistik 2014, S. 159 ff.
Strafgesetzbuch, Paragraf 177

dpa

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