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Sieben Tote bei Terror in London

May: «Jetzt reicht's» Sieben Tote bei Terror in London

Ein Anschlag in der britischen Hauptstadt erschüttert das Land wenige Tage vor der Wahl. Premierministerin May findet zu einem neuen, härteren Tonfall: Sie will den islamischen Extremismus „ausrotten“.

London. Wenige Stunden nach einem Terroranschlag im Herzen Londons hat die Polizei zwölf Menschen festgenommen. Die Ermittler schlugen im Osten der britischen Hauptstadt zu, wie sie am Sonntag mitteilten. 

Die Festgenommenen werden mit dem Attentat auf der London Bridge und den nahe gelegenen Borough Market in Verbindung gebracht. Dabei waren sieben Menschen getötet und rund 50 verletzt worden. Von den Menschen, die verletzt worden sind, befinden sich 21 noch in kritischem Zustand. Das habe die britische Gesundheitsbehörde NHS mitgeteilt, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Premierministerin Theresa May kam laut PA zu einem privaten Besuch ins King's College Hospital, um Verletzte zu besuchen und mit dem Personal zu sprechen.

Am kommenden Donnerstag wird ein neues britisches Parlament gewählt. Premierministerin Theresa May kündigte nach dem Anschlag vom Samstag einen deutlich härteren Kurs an - nicht nur gegen Terroristen, sondern auch gegen den radikalen Islam. „Jetzt reicht's“, sagte die Regierungschefin. „Wir können und wir dürfen nicht so tun, als ob alles einfach so weitergehen könnte. Etwas muss sich ändern.“

May will entschieden gegen den islamischen Extremismus vorgehen: „Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten.“ Mit dem Begriff „öffentlicher Dienst“ spricht May vermutlich das Schulwesen an. Es gebe „viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land“, betonte sie.

Internet und Messengerdienste dürften Extremisten keinen Rückzugsort mehr bieten. Vielmehr müsse besser überwacht und reguliert werden, um die Kommunikationswege von Terroristen zu stören. Dazu brauche es internationale Vereinbarungen, sagte die Regierungschefin.

Der Anschlag begann am späten Samstagabend auf der London Bridge und ging auf dem nahe gelegenen Borough Market weiter, der bei Touristen sehr beliebt ist. Die Terroristen griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit langen Messern an. „Das war wie ein Amoklauf“, zitierte die BBC einen Zeugen. Die Täter seien zu Bars und Restaurants gelaufen und hätten gerufen: „Dies ist für Allah“.

Die Ermittler gingen zunächst von drei Männern am Tatort aus. Alle drei dieser Täter seien tot, sagte Polizeichefin Cressida Dick. Vom Notruf bis zur Erschießung der Angreifer vergingen acht Minuten. Zur Verwicklung der zwölf Festgenommenen gab es zunächst keine Angaben.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert des Teenie-Stars Ariana Grande in Manchester mit einer Bombe 22 Menschen in den Tod gerissen. Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert auch an den Angriff vom 22. März. Damals war ein 52-jähriger Mann auf der Londoner Westminster-Brücke mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Danach tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten. Bei dem Terrorangriff waren sechs Menschen ums Leben gekommen. Der Attentäter war auch damals erschossen worden.

Zu dem jüngsten Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Jedoch verwies die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group darauf, dass Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten. Am Donnerstag wählen die Briten ein neues Parlament. Wegen des Anschlags setzten fast alle Parteien ihren Wahlkampf aus, nur die rechtspopulistische Ukip-Partei schloss sich dem nicht an. International löste das Attentat Bestürzung aus.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer „gezielten und feigen Attacke“ auf unschuldige Londoner und Besucher. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich betroffen: „Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint.“ Sie telefonierte mit May und sprach dieser ihre Anteilnahme aus.

US-Präsident Donald Trump erntete für eine Twitter-Nachricht zu London viel Kritik: Er war den Londoner Bürgermeister Khan angegangen und dessen Aussage verdreht, wie der Sender CNN hervorhob. „Mindestens sieben tot und 48 verwundet bei einer Terrorattacke, und der Bürgermeister von London sagt, es gibt „keinen Grund, alarmiert zu sein!““, schrieb Trump. CNN zufolge hatte sich Khan mit seiner Äußerung aber auf die Präsenz von Soldaten auf der Straße bezogen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, sein Land stehe nach der „neuen Tragödie“ an der Seite Großbritanniens. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“ In der Nacht zu Montag soll die Beleuchtung des Eiffelturms zeitweise erlöschen.

Bei einer Mahnwache will Londons Bürgermeister der Opfer des Attentats in der britischen Hauptstadt gedenken. Sadiq Khan rief am Sonntag Londoner und Touristen dazu auf, an diesem Montag (5. Juni) um 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) zum Potters Fields Park zu kommen. Die Grünfläche liegt direkt am Rathaus an der Themse und unweit der London Bridge, auf der die Terrorattacke am Samstagabend begonnen hatte.

Es gehe darum, „der Welt zu zeigen, dass wir gemeinsam denjenigen entgegenstehen, die uns und unsere Lebensart schädigen wollen“, teilte das Büro des Bürgermeisters mit. „Wir werden diese Feiglinge nie gewinnen lassen, und wir werden uns nie vom Terrorismus einschüchtern lassen.“

Während der Gedenkstunde ist auch eine Schweigeminute in Gedenken an die mindestens sieben Toten und Dutzenden Verletzten des Attentats vorgesehen. Zudem ist an diesem Dienstag um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 MESZ) eine landesweite Schweigeminute geplant.

dpa

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