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Sieg nach Niederlage: Bundespräsident im zweiten Anlauf

Hintergrund Sieg nach Niederlage: Bundespräsident im zweiten Anlauf

Eine Niederlage in der Bundesversammlung hat bisher noch keinem Bewerber in seiner Karriere geschadet. Drei sind sogar im zweiten Anlauf doch noch in das Schloss Bellevue eingezogen.

Berlin. Eine Niederlage in der Bundesversammlung hat bisher noch keinem Bewerber in seiner Karriere geschadet. Drei sind sogar im zweiten Anlauf doch noch in das Schloss Bellevue eingezogen.

RICHARD VON WEIZSÄCKER (CDU) wird 1984 zum Staatsoberhaupt gewählt. Die von den Grünen nominierte Schriftstellerin Luise Rinser hat nur eine Außenseiterrolle in der Abstimmung. Weizsäcker hatte es bereits 1974 vergeblich gegen Walter Scheel (FDP) versucht. Sein neuer Anlauf geschah gegen den Willen von Kanzler Helmut Kohl, 1983 gab es heftige Auseinandersetzungen vor laufenden Kameras. Die Szene, wie sich die zwei auf der Tribüne eines Länderspiels in Berlin anschrieen, war im Fernsehen zu sehen. Weizsäcker und Kohl wurden nie mehr Freunde.

JOHANNES RAU (SPD) bekommt 1999 im zweiten Wahlgang die Mehrheit in der Bundesversammlung und lässt die Konkurrentinnen Dagmar Schipanski und Uta Ranke-Heinemann hinter sich. Er hatte es schonmal versucht: 1994 hatte Roman Herzog ihn und drei weitere Bewerber ausgestochen, auch wenn drei Wahlgänge nötig waren. Der gebürtige Wuppertaler, der von 1978 bis 1998 NRW als Ministerpräsident regiert hatte, kann sich nicht nur auf die Stärke der SPD in der Bundesversammlung stützen, sondern auch auf hohe Popularitätswerte in der Bevölkerung.

JOACHIM GAUCK wird 2012 schon im ersten Wahlgang Bundespräsident. Ihn stützt ein Bündnis von SPD, FDP, Grünen und Union. Beate Karsfeld (Die Linke) und Olaf Rose (NPD) haben keine Chance. Knapp zwei Jahre zuvor hatte Gauck als rot-grüner Kandidat noch das Nachsehen gehabt. Christian Wulff (CDU) hatte im dritten Wahlgang den Sieg unter vier Bewerbern errungen. Nachdem Wulff wegen Korruptionsvorwürfen, die sich später als haltlos erwiesen, und seines unglücklichen Agierens zurückgetreten war, galt Gauck als der richtige Kandidat, um dem höchsten Amt im Staate wieder Würde und Integrität zu verleihen.

dpa

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