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Brennpunkte Spaniens Weihnachtslotterie schüttet Milliarden aus
Nachrichten Brennpunkte Spaniens Weihnachtslotterie schüttet Milliarden aus
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19:02 22.12.2017
Menschen stehen in Madrid Schlange, um Lose für die Weihnachtslotterie „El Gordo“ (Der Dicke) zu kaufen. Quelle: Paul White
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Madrid

In der Bar Cascudo in der kleinen Gemeinde Vilalba im Nordwesten Spaniens war am Freitag der Teufel los. „Heute wird hier durchgefeiert“, schrien Landwirte und Lkw-Fahrer, die zum Teil auch vor laufender TV-Kamera die Tränen nicht unterdrücken konnten.

Von den knapp 2,4 Milliarden Euro, die die traditionsreiche spanische Weihnachtslotterie dieses Jahr ausschüttete, gewannen Kunden der Kneipe rund 220 Millionen.

„Ich weiß gar nicht, wie viel Geld das ist“, sagte Barbesitzerin und Losverkäuferin Pilar. Auch sie habe etwas abbekommen, räumte sie ein. Die Gewinner, die sich mit anderen Glückspilzen in anderen Gegenden den fetten Hauptgewinn der Weihnachts-Megalotterie teilen dürfen, seien alles „arbeitende Menschen“, die zum Teil sehr wenig Geld hätten.

In der gesamten 15.000-Einwohner-Gemeinde der Region Galicien belief sich der Gesamtgewinn nach Angaben der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE auf 520 Millionen - so viel wie nirgendwo sonst in Spanien.

Der Hauptgewinn - „El Gordo“, der Dicke, genannt - entfiel auf die Lose mit der Nummer 71198. Der Hauptgewinn beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. „El Gordo“ wird aber 160 mal ausgezahlt, da jede Losnummer auch 160 mal verkauft wird. Nach Vilalba gingen 130 dieser Serien, wie die LAE mitteilte.

Doch nicht nur in Galicien wurde zwei Tage vor Heiligabend vorzeitige Bescherung gefeiert. Die 1812 ins Leben gerufene älteste und auch größte Tombola der Welt, die nicht einmal während des Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 ausfiel, beglückte erneut praktisch alle Regionen Spaniens. Die Sektkorken knallten überall. 

In der Regel kaufen die meisten Spanier keine ganzen Lose, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden, so dass immer Dutzende in den Genuss des Haupt- und anderer Gewinne kommen. Tippgemeinschaften werden von Bürokollegen, Kneipenfreunden, Nachbarn und auch von ganzen Dörfern gebildet.

Die „Lotería de Navidad“ gilt nicht nur als die älteste, sondern - gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme - auch als die größte der Welt. Ein Millionenpublikum verfolgte die knapp vierstündige Ziehung der Glückszahlen im Madrider Opernhaus Teatro Real wie seit 1962 auch diesmal in Kneipen, Cafés, Büros und daheim live vor den TV-Schirmen.

Neben dem Hauptgewinn wurden zahlreiche größere und kleinere Preise ausgelost. Obwohl die Chancen, den „Gordo“ zu erwischen, bei eins zu 100.000 liegen, nahmen nach einer Umfrage erneut fast 80 Prozent aller erwachsenen Spanier an der Lotterie teil. Sie gaben diesmal im Schnitt 66 Euro aus.

Auch immer mehr deutsche Tipper machen mit, 150.000 sollen es laut Berichten in diesem Jahr gewesen sein. Vier von ihnen hätten das große Los gezogen, teilte das Unternehmen Lottoland mit. Sie hätten jeweils mit einem Zwanzigstel-Los für 19,99 Euro ganze 200.000 Euro gewonnen. Woher die deutschen Gewinner stammen, wurde nicht bekanntgegeben.

Alle hoffen auf den großen Geldsegen. Als größter Gewinner der Weihnachtslotterie stand aber schon vor der Ziehung das Finanzamt fest. Der Staat kassiert nämlich 30 Prozent der Verkaufserlöse. Und für jeden Preis über 2500 Euro müssen seit 2013 auch knapp 20 Prozent als Steuern abgeführt werden.

dpa

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