Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Starker Zika-Anstieg bei Schwangeren in Kolumbien
Nachrichten Brennpunkte Starker Zika-Anstieg bei Schwangeren in Kolumbien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:15 01.02.2016
Eine Schwangere hält sich im kolumbianischen Cali ein Tuch vors Gesicht. Im Kampf gegen Stechmücken wird zugleich in ihrem Haus Insektengift versprüht. Quelle: Christian Escobar Mora/archiv
Anzeige
Bogotá

Das kolumbianische Gesundheitsministerium hat einen starken Anstieg der Zika-Infektionen bei schwangeren Frauen im Land festgestellt. In den vergangenen Tagen sei die Zahl von 890 auf 2116 Verdachtsfälle bei Schwangeren gestiegen.

Davon seien bisher aber erst 176 durch Labore bestätigt worden, bei den restlichen gebe es Symptome, die auf eine Infektion schließen ließen. „Man muss sagen, dass sich innerhalb kurzer Zeit die Zahl verdoppelt hat“, sagte der stellvertretende Direktor für Übertragungskrankheiten im Gesundheitsministerium, Diego García, dem Radiosender RCN.

Fachleute gehen davon aus, dass bei einer Infizierung von Schwangeren Mikrozephalie ausgelöst werden kann - das sind Schädelfehlbildungen bei Embryonen und Babys. Das Ministerium rät deshalb, geplante Schwangerschaften vorerst am besten zu verschieben. Erkrankte Babys sind oft geistig behindert. In Kolumbien gibt es bisher 20 297 Zika-Verdachtsfälle, von denen 1050 von Laboren bestätigt worden seien. In Brasilien, dem bisher am stärksten betroffenen Land, gehen die Behörden von bis zu 1,5 Millionen Verdachtsfällen aus. Da viele gar nicht merken, dass sie infiziert worden sind, ist eine genaue Einschätzung aber schwierig.

US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff haben vereinbart, die Entwicklung eines Zika-Impfstoffes zu forcieren. In Brasilien gibt es bisher rund 4180 Fälle mit einer möglichen Schädelfehlbildung, in sechs Fällen hatten sich Schwangere zuvor mit dem Zika-Virus infiziert. Dieser war bis zum Auftauchen in Lateinamerika kaum verbreitet. Zika-Symptome sind in der Regel leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Hautrötungen. Das Virus wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen.


Verbreitung von Zika nach Ländern
WHO-Mitteilung
Länder mit Zika-Fällen
Fragen und Antworten der WHO zu Zika

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch wenn es viele nervt: Das Smartphone gilt in Deutschland einer Umfrage zufolge als bedeutendste Erfindung des 21. Jahrhunderts.

31.01.2016

Zwei Männer sind im baden-württembergischen Göppingen von einem Zug erfasst und getötet worden.

31.01.2016

Die Kanzlerin erwartet, dass viele Flüchtlings nur auf Zeit bleiben. Sie hofft auf einen Effekt wie nach dem Krieg in Jugoslawien. Eine radikale Forderung der AfD-Chefin sorgt für einen Sturm der Entrüstung.

31.01.2016
Anzeige