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Brennpunkte Stockholm im Schockzustand
Nachrichten Brennpunkte Stockholm im Schockzustand
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17:42 07.04.2017
Ein Polizeibeamter mit Gasmaske sichert eine Straße in Stockholm. Quelle: Jessica Gow/tt News Agency
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Stockholm

„Lauft, lauft!“ ruft die Polizei den Menschen auf der Einkaufsmeile Drottninggatan zu. Die Straße mitten im Herzen Stockholms ist am Freitagnachmittag voll von Hauptstädtern, die noch schnell Wochenendeinkäufe erledigen, und Touristen, die einfach bummeln wollen.

Um kurz vor 15.00 Uhr rast ein Lastwagen in die Menge und von dort in das Kaufhaus Åhléns.

Kurz darauf zeigen Fernsehbilder, wie Menschen panisch aus dem Shopping-Center und von der Straße flüchten. „Es war fürchterlich. Unmengen von Blut auf der Straße, Menschen lagen überall“, sagt ein Augenzeuge. „Viele um mich herum waren hysterisch“, erzählt eine andere Augenzeugin dem schwedischen Fernsehen mit Tränen in den Augen.

„Eine Frau stand da mit ihrem Baby auf dem Arm und wirkte wie paralysiert“, sagt ein Schwede im Fernsehen. Mehrere Menschen sind tot, etliche verletzt - aber wie viele genau, das ist lange unklar. „Wäre ich eine Minute später dort hingekommen, wäre ich umgefahren worden. Ich habe Menschen gesehen, die gestorben sind“, sagt die Schwedin Sandra Japundzic Lindquist dem Radiosender Ekot.

Stockholms Innenstadt ist kein sicherer Ort, warnt die Polizei. Die meisten zentralen Straßen werden am Nachmittag gesperrt, die U-Bahn stellt den Betrieb ein. Am Hauptbahnhof bewegt sich nichts mehr. Kunden und Verkäufer eines Modegeschäfts neben dem Kaufhaus müssen in dem Laden ausharren, solange niemand weiß, ob der Täter noch frei herumläuft. Auch den Reichstag darf niemand verlassen. „Es gibt gerade so viele Gerüchte. Wir arbeiten hart daran, herauszufinden, was passiert ist“, sagt eine Sprecherin der Sicherheitspolizei.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven spricht schnell von Terror. „Schweden ist angegriffen worden. Alles deutet auf eine Terrortat hin“, sagt er dem Fernsehsender SVT. Der Verdächtige soll den Lastwagen gestohlen haben. Bestätigen kann das aber zunächst niemand.

In der sonst so lebhaften schwedischen Hauptstadt sind die Straßen am späten Nachmittag wie leergefegt. Absperrband flattert, dahinter warten Menschen in leuchtend-gelben Warnwesten, wie Bilder der britischen BBC zeigen. Rettungsfahrzeuge stehen mit Blaulicht in den Straßen. Menschen in Feuerwehrkluft und Polizisten gehen ruhig durch die Straßen. Am Himmel: graue Wolken. Das Wochenende, auf das sich die Menschen in ihrer sonst so friedlichen und sicheren Stadt gefreut haben, ist von Tod und Leid überschattet.

dpa

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