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Suchtkranke Straftäter fliehen aus Psychiatrie

Straftaten befürchtet Suchtkranke Straftäter fliehen aus Psychiatrie

Ein Rammbock aus Bettkastenholz, Laken zum Abseilen: Drei drogenabhängige Straftäter sind auf abenteuerliche Weise aus der Psychiatrie in Zwiefalten geflohen. Was ist von ihnen nun zu befürchten?

Ein Streifenwagen der Polizei vor dem Haupteingang des Zentrum für Psychiatrie in Zwiefalten.

Quelle: Thomas Warnack

Zwiefalten. Nach der Flucht von drei drogenabhängigen Straftätern aus einer Psychiatrie fürchten Experten Straftaten von den Männern.

Die 30, 32 und 38 Jahre alten verurteilten Straftäter seien drogen- und alkoholabhängig und selbst nach längerer Behandlung in der geschlossenen Psychiatrie als nicht therapierbar eingeschätzt worden, sagte Chefärztin Ruxanda Zavoianu am Montag in Zwiefalten nahe Reutlingen. Sie seien während der Therapie aber nicht durch Gewalttaten aufgefallen.

Alle drei sollten nach Angaben des Leitenden Ärztlichen Direktors Gerhard Längle demnächst ins Gefängnis zurückverlegt werden. Dort hätten sie noch zum Teil mehrjährige Haftstrafen wegen Raubdelikten absitzen müssen.

Die drei Männer, die laut Polizei Staatsbürger Griechenlands, der Türkei und Italiens sind, waren am Samstagabend mit einem aus Bettkasten-Holz gebauten Rammbock geflohen. Sie durchbrachen damit die Außenwand ihres Patientenzimmers. Zuvor hatten sie die 40 Zentimeter dicke Wand über längere Zeit mit provisorischen Werkzeugen von innen ausgehöhlt, wie der pflegerische Leiter der Klinik, Alfred Bayer, sagte. Den angefallenen Bauschutt versteckten sie unter ihren Betten.

Durch das Loch in der Wand seilten sich die Straftäter an Bettlaken rund acht Meter in die Tiefe ab. Die Fahndung der Polizei blieb bislang erfolglos - trotz des Einsatzes zahlreicher Streifenwagen sowie von Spürhunden und eines Hubschraubers.

Der Ausbruch war bemerkt worden, weil die Täter einen Heizkörper aus der Wand gerissen hatten und der austretende Wasserdampf Brandalarm auslöste. Zudem hörte eine Schwester zwei laute Schläge, wie Mitglieder der Leitung der Klinik für Forensische Psychiatrie sagten.

dpa

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