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Brennpunkte Südkorea reagiert auf Atomtest mit Lautsprecher-Propaganda
Nachrichten Brennpunkte Südkorea reagiert auf Atomtest mit Lautsprecher-Propaganda
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20:43 08.01.2016
An elf Stellen entlang der rund 240 Kilometer langen Grenze hat Südkorea seine Propaganda-Beschallung mit Popmusik, Nachrichten und Kritik am kommunistischen Regime wieder aufgenommen. Quelle: Yna Pool
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Seoul

Propagandaschlacht an der innerkoreanischen Grenze: Als Reaktion auf den neuen Atomtest durch Nordkorea hat Südkorea seine Lautsprecher-Beschallung des Nachbarlandes wieder aufgenommen.

Mit den Mitteln der psychologischen Kriegsführung will Südkorea das isolierte Regime in Pjöngjang stärker unter Druck setzen. An elf Stellen entlang der rund 240 Kilometer langen Grenze seien die Anlagen wieder in Betrieb genommen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit.

Aus den südkoreanischen Lautsprechertürmen erklingen nach mehrmonatiger Unterbrechung wieder Stücke der K-Pop-Hitparade, Hörspiele, gewöhnliche Nachrichten sowie Kritik am Regime von Machthaber Kim Jong Un in Richtung Norden. Der Zeitpunkt schien bewusst gewählt: Kim feierte am Freitag Geburtstag.

Die Beschallungen dringen bis zu 24 Kilometer weit nach Norden hinüber. Sie bergen das Risiko, dass die Lage eskaliert. Pjöngjang hatte angesichts solcher Beschallungen im vergangenen Sommer von einem „offenen Kriegsakt“ gesprochen und „den Quasi-Kriegszustand“ ausgerufen.

Nordkorea hatte am Mittwoch verkündet, erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe (H-Bombe) getestet zu haben. Erste Analysen der Erschütterungen deuten westlichen Experten zufolge aber eher auf den Test einer herkömmlichen Atombombe hin als auf die Zündung einer erheblich stärkeren H-Bombe.

Der Test löste weltweit Empörung aus. Die US-Regierung teilte mit, eine härtere Gangart der Weltgemeinschaft im Umgang mit dem Regime in Pjöngjang anzustreben. „Dieser (Atom-) Test unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren, festen internationalen Antwort“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, in Washington.

Zuvor hatten sich US-Präsident Barack Obama, die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe auf eine enge Zusammenarbeit im Vorgehen gegen Nordkorea geeinigt. Ziel ist unter anderem die Annahme einer Resolution des UN-Sicherheitsrates, die harte Sanktionen gegen Nordkorea vorsieht.

Außenminister John Kerry rief die Vetomacht China auf, sich stärker gegen eine atomare Bewaffnung Nordkorea einzusetzen. „Chinas Herangehensweise hat nicht funktioniert“, sagte er.

dpa

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