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Brennpunkte Suizid im Islam: Eine Sünde für die Hölle
Nachrichten Brennpunkte Suizid im Islam: Eine Sünde für die Hölle
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18:02 13.10.2016
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Leipzig

Im Islam ist die Selbsttötung nicht nur verboten, sie gilt sogar als große Sünde. In Sure 4 des Korans heißt es: „Und tötet euch nicht selbst (...) Doch wer das tut, aus Feindseligkeit und Frevel, den werden wir im Höllenfeuer brennen lassen.“

Gott hat laut islamischer Theologie das Leben geschenkt, deshalb darf es der Mensch nicht selbst beenden.

Auch in den „Hadithen“, den Überlieferungen zu den Taten, Bräuchen und Aussagen des Propheten Mohammed, ist der Suizid verpönt. „Wer sich selbst erdrosselt, wird sich in der Hölle weiterhin erdrosseln!“, heißt es dort. Wer sich selbst ersticht, muss sich demnach im Höllenfeuer ewig erstechen. Wer sich vergiftet, muss sich auf ewig vergiften.

Einem weiteren „Hadith“ zufolge weigerte sich der Prophet Mohammed, für einen Mann, der sich selbst getötet hatte, das Totengebet zu verrichten. An anderer Stelle heißt es in den „Hadithen“: „Allah sagte dazu: "Mein Knecht nahm sich das Leben und ist Mir damit zuvorgekommen. Ich verwehre ihm das Paradies."“

Nach Meinung einiger muslimischer Theologen erlaubt der Islam allerdings eine Selbsttötung im Kampf. Der damalige Scheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, Mohammed Said Tantawi, schrieb 2002: „Wer sich aber inmitten von Soldaten, die ihn töten wollen, oder inmitten einer Armee, die seine Heimat vergewaltigt, in die Luft sprengt, ist ein Märtyrer.“ Ein Suizid zur Tötung von Zivilisten sei aber nicht erlaubt.

Die Prediger der Dschihadisten-Bewegungen sind in diesem Punkt flexibler. Um Selbstmordattentate gegen Zivilisten zu rechtfertigen, wie sie im Irak an der Tagesordnung sind, erklären sie kurzerhand jeden, der ihrer gewalttätigen Interpretation des Islam nicht folgt, zum „Ungläubigen“, der dem Islam schaden will und getötet werden darf.

dpa

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