Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Syrien: Gewalt vor Friedensgesprächen geht weiter
Nachrichten Brennpunkte Syrien: Gewalt vor Friedensgesprächen geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:48 27.01.2016
Ein zerstörtes Wagen nach dem blutigen Anschlag im syrischen Homs. Quelle: epa/SANA
Anzeige
Homs

Vor dem geplanten Start der Syrien-Friedensgespräche in Genf geht die Gewalt in dem Bürgerkriegsland unvermindert weiter. Bei zwei Anschlägen in einem von Regierungsanhängern bewohnten Viertel der zentralsyrischen Stadt Homs starben mindestens 19 Menschen.

Mehr als 100 wurden der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge bei den zwei Explosionen an einem Kontrollpunkt verletzt. In einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von 29 Toten - darunter 15 Soldaten und mehrere Zivilisten.

Am Freitag sollen die lange erwarteten Friedensverhandlungen für das Land starten. Bislang aber ist noch immer nicht klar, welche Oppositionsvertreter nach Genf reisen dürfen. Umstritten war insbesondere die Beteiligung radikal-islamischer Gruppen. Einen Konflikt gibt es auch um eine Teilnahme der Kurden-Partei PYD, des syrischen Ablegers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Moskau möchte, dass sie am Verhandlungstisch sitzt.

Russland bekräftigte am Dienstag seine Forderung, die syrischen Kurden an den Gesprächen zu beteiligen. „Diese Gruppe nicht einzuladen, wäre der größte Fehler“, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Die Kurden machten rund 15 Prozent der syrischen Bevölkerung aus, sagte er. Daher könne ohne sie kein akzeptables Ergebnis bei den Verhandlungen herauskommen. Am Nachmittag wollte ein von Oppositionsgruppen gebildetes Komitee in Riad zusammenkommen, um über eine gemeinsame Position im Streit zu beraten.

Internationale Hilfsorganisationen forderten die Teilnehmer in Genf angesichts der katastrophalen humanitären Lage dazu auf, alles für eine politische Lösung zu tun. „Das Leid in Syrien ist immens“, sagte der UN-Hilfekoordinator für Syrien Yacoub El Hillo. „Doch was wir sehen, ist ein völliges politisches Versagen. Die Syrer können nicht länger die Kosten dieses politischen Versagens tragen.“ 60 Prozent der Bevölkerung lebe infolge des Krieges in bitterer Armut. 4,5 Millionen Notleidende seien in Kampfgebieten für humanitäre Helfer nicht erreichbar.

Im Süden des Bürgerkriegslandes zeigte die russische Luftunterstützung für die Regimetruppen derweil Wirkung: Die Kämpfer eroberten die strategisch bedeutende Stadt Scheich Maskin nach heftigen Gefechten von Rebellen zurück. In den vergangenen Tagen konnten die regierungstreuen Einheiten vor allem Erfolge nahe dem Kernland des Regimes im Nordwesten des Landes erzielen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen mutmaßlichen somalischen Piraten eingestellt, weil er zu jung für eine Strafverfolgung war.

26.01.2016

Nach einer tödlichen Kollision von zwei Skifahrern auf dem Feldberg im Schwarzwald hoffen die Ermittler, dass die Untersuchung der Leichen mehr über das Unglück verrät.

26.01.2016

Die Große Koalition in Berlin streitet weiter über die Vorschläge zur Bewältigung der Flüchtlingskrise.

26.01.2016
Anzeige