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Brennpunkte Telekom-Drosselung: Angekündigt, abgeschwächt, abgewatscht
Nachrichten Brennpunkte Telekom-Drosselung: Angekündigt, abgeschwächt, abgewatscht
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22:25 06.11.2013
Die Telekom wurde im Netz als «Drosselkom» verspottet. Innerhalb kürzester Zeit unterzeichneten tausende Menschen eine Online-Petition gegen die Tempobremse. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
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Berlin

Damit hatte die Deutsche Telekom wohl nicht

gerechnet. Erst kündigte das Unternehmen im Sommer eine Tempobremse

bei Internetflatrates aus dem Festnetz an - und löste damit

einen Sturm der Empörung aus. Die Telekom ruderte zurück. Nun

untersagte das Kölner Landgericht die Drosselung ganz: Wo Flatrate

draufsteht, muss auch Flatrate drin sein.

Was hatte die Telekom ursprünglich geplant?

Wenn Festnetzkunden der Telekom eine bestimmte Datenmenge im Monat

überschreiten, sollten sie nur noch deutlich langsamer im Internet

surfen können. Der Anschluss sollte ursprünglich auf das

Schneckentempo von 384 Kilobit pro Sekunde gedrosselt werden. Die

Tempobremse wurde später etwas gelockert und auf 2 Megabit/Sekunde

hochgesetzt. Die Pläne sollten nicht vor 2016 umgesetzt werden,

betonte das Unternehmen. Hintergrund ist auch der Ausbau der

schnellen Internetverbindungen über Breitband. Das kostet viel Geld -

das die Telekom wieder erwirtschaften muss.

Wie reagierten Nutzer?

Kunden waren verärgert, die Telekom wurde im Netz als „Drosselkom“

verspottet. Innerhalb kürzester Zeit unterzeichneten tausende

Menschen eine Online-Petition gegen das Vorhaben. Sie stören sich

nicht nur an der Drosselung, sondern auch daran, dass die Telekom den

eigenen Fernseh-Dienst Entertain nicht in die Volumenbegrenzung

einrechnen will. Damit sehen Gegner das Prinzip der Netzneutralität

verletzt, nach dem alle Daten im Internet gleich behandelt und nicht

bevorzugt werden sollen. Inzwischen hat die Petition über 75 000

Unterstützer.

Wer wäre ausgebremst wurden?

Wenige Vielsurfer verbrauchten überdurchschnittlich viel

Kapazität, argumentierte die Telekom. Kritiker bemängelten, dass bis

zur geplanten Einführung der Drosselung 2016 auch die Nutzung von

datenintensiven Video- und Multimediangeboten zunehmen werde. Somit

könnten mehr Nutzer als jetzt an die Datenobergrenze stoßen. So sieht

es auch das Landgericht Köln: Eine Drosselung auf 2 Megabit pro

Sekunde würde ein breites Publikum treffen, hieß es in der

Urteilsbegründung. Die Telekom betonte bisher, die künftigen

Obergrenzen würden an den Verbrauch von Durchschnittsnutzern

angepasst. Es solle auch „echte“ Flatrates ohne Begrenzung geben.

Heißt das, Festnetz-Tarife dürfen nicht mehr gedrosselt werden?

Die Telekom will voraussichtlich Berufung gegen das Urteil

einlegen, es ist noch nicht rechtskräftig. Unabhängig davon gäbe es

wohl auch weiterhin einen Weg für eine Drosselung von

Pauschalverträgen im Festnetzbereich. Sie dürften dann nur nicht mehr

als Flatrate bezeichnet werden.

Wie sieht es mit Mobilfunktarifen aus?

Bei Handys und Smartphones sind Tempobremsen im Gegensatz zum

Festnetz weit verbreitet. Das Urteil sei auf den Mobilfunkbereich

nicht anwendbar, sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale NRW,

die gegen die Drosselung geklagt hatte. Aber: „Die Probleme sind

natürlich auch da bekannt.“ Die Verbraucherzentrale habe jedoch keine

konkreten Pläne, auch gegen Mobilfunk-Drosselungen zu klagen. Man

wolle „erstmal diese eine Sache durchfechten“. Für etliche Kunden

verschwimmen aber die Grenzen zwischen Fest- und Mobilnetz: Gerade in

ländlichen Gebieten wird der Mobilfunkstandard LTE oft als Ersatz für

Festnetz-Internet genutzt.

dpa

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